Knapp zwei Jahre sind seit dem Release von „Battlestations: Midway“ ins Land gezogen. Also haben sich die Jungs von den „Eidos Studios Hungary“ gedacht, man können einen Nachfolger auf den Markt bringen. Gedacht, getan! „Battlestations Pacific“ ist der zweite Versuch mehrere Genres miteinander zu vermischen. Man kann sich wieder an ein Board-MG eines Schiffes stellen, mit Flugzeugen gegnerische Flieger vom Himmel holen oder eben auf der Strategiekarte die eigenen Einheiten befehligen. Im ersten Teil konnte dieses Konzept an sich überzeugen, aber leider wurde die Idee nicht konsequent ausgereizt. Gelingt dieses Vorhaben im Pazifischen Gewässern besser?
Story
Ja, es ist mal wieder soweit ein Kriegsspiel. Okay, nicht weiter tragisch, insofern einer gewählt wird der noch nicht ausgereizt ist. Dies kann man leider vom zweiten Weltkrieg nicht behaupten. Es gibt unzählige Filme und Spiele die dieses Thema nun wirklich komplett ausgenutzt haben. Das scheinen die Entwickler von „Battlestations Pacific“ wohl anders zu sehen. Natürlich ist der Schauplatz der Zweite Weltkrieg. Der zweite setzt auf Seiten der USA genau da an wo der erste Teil beendet wurde. Die Eroberung der Ost-Salmonen steht an (historisch belegt die nachfolgende Operation zu der Operation Midway). Während ihr im ersten Teil nur die Möglichkeit hattet die Seite der Alliierten zu steuern, dürft ihr nun auch die japanische Seite übernehmen. Daraus resultieren, sage und schreiben, 28(!) Missionen. Durch die japanische Seite sind alleine 21 neue Einheiten hinzu gekommen, somit gibt es ungefähr 100 verschiedene Einheiten im Spiel. Auf der japanischen Seite muss u.a. „Peal Harbour“ angegriffen werden. In den Missionen werden einige bekannte Schlachten nachgespielt (die man eben auch schon das ein oder andere Mal bei anderen WW2 Games gesehen und gespielt hat). Sie sind an sich aber leider recht simpel und linear gestaltet worden. Man muss zwar immer Aufträge erfüllen, die aber häufig sich auf drei Wörter beschränken lassen („verteidige…“, „zerstöre…“ und „erobere…“).
In einem ersten Trailer wurde der Schriftzug „Schreibe Geschichte NEU“ eingeblendet. Was sich dahinter verbirgt? Eigentlich habe ich gedacht es wäre ein leerer und bedeutungsloser Werbeslogan, aber weitgefehlt! Am Spielbeginn ist nicht festgelegt, dass die Alliierten siegen und Japan verliert. Ihr könnt dem Krieg also eine andere Richtung verleihen…was passiert sei an dieser Stelle nicht verraten.[--NEU--]
Grafik
In Sachen Grafik war der erste Teil fast komplett durchgefallen. Es sah alles langweilig, farb- und sogar trostlos aus. Schwache und kantige Texturen haben nicht wirklich überzeugt. „Battlestations Pacific“ hat aus den Fehlern des Vorgängers gelernt. Die Grafik wurde richtig aufpoliert. Die Texturen sehen deutlich besser aus. Auf den Schiffen läuft sogar eine nett animierte Besatzung übers Deck. Die Menüanordnung gerade auf der Strategiekarte ist viel besser gelöst. Es hat alles nun seinen richtigen und sinnvollen Platz. Aber man sollte seine Zeit nicht nur auf der Strategiekarte verbringen, den ein Blick aufs Wasser MUSS sein! Denn das Wasser ist den Entwicklern richtig richtig gut gelungen. Es sieht wahnsinnig realistisch aus. Für Zwischensequenzen hat man Videos im damaligen Stil angefertigt, die sich auch sehen lassen können. Bei all dem Lob sollte man aber beachten, dass nach wie vor die Grafik im Genre nicht übers Mittelmaß hinausragt. Es ist eben genau Mittelmaß.
Auch der Sound hat sich im Bezug auf den Vorgänger verbessert. Lässt aber nachwievor das gewisse etwas fehlen. Ein bisschen mehr Liebe zum Detail hätte hier weitergeholfen…
Gameplay
Das Gameplay ist ganz gut gelungen, aber kann auch nicht wirklich Bäume ausreißen. Man hat die kleineren Fehler des Vorgängers gelernt und die Schwächen ausgemergelt. Der Genremix ist ganz gut gelungen, leidet aber gerade bei Flugschlachten unter dem geringem Tempo. Klar man kann sie nicht mit „Tom Clancy’s HAWX“ vergleichen, bei dem man mit den modernsten Flugzeugen mal gerne 1000km/h fliegt. Aber dennoch etwas mehr Pepp wäre wünschenswert gewesen. Das Umschalten von Flugzeug, zum Schiff oder zur Strategiekarte gelingt wieder sehr einfach und macht auch gerade deswegen Spaß, da die KI sofort den Posten übernimmt den man verlässt und durchaus intelligent die Aufgaben erfüllt.
Multiplayer/XBOX Live
Im Multiplayer stehen fünf Spielmodi zur Verfügung. Ihr könnt z.B. im „Gefechts-Modus“ ein paar Schiffe versenken oder ein Paar Flieger vom Himmel holen. Dies könnt ihr entweder Gegeneinader via XBOX-Live tun oder euch verbünden und euren Gegner von der Karte radieren. Wirklich gut gelungen und sehr Spaßig (und auch abwechslungsreich)!
In Zukunft planen die Entwickler DLC via XBOX Live anzubieten. Es ist aber noch nicht bekannt worum es sich bei dem DLC handeln soll. Aber man wird wohl mit neuen Einheiten und evtl. sogar Missionen rechnen könne. Einen Termin und Preis gibt es natürlich auch noch nicht.