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Kinect (Hardware)

 
Spielinfo



Entwickler:
Microsoft Gamestudios
Publisher:
Microsoft Gamestudios
Platformen:
Genre:
Geschicklichkeit
Altersempfehlung:
Release Datum:
09.11.2010


Bewertung

Spielmodi:
Sound:
Grafik:
Atmosphäre:
Gameplay:
Gesamtwertung: 10

Argumente

TOP

- Innovativ

- Sprachsteuerung möglich (erst ab Anfang 2011)

- Man macht Sport!

- Spaß für die ganze Familie


FLOP

- Platzbedarf

- noch keine Spiele für Core-Gamer


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XBOX 360 | 10.11.2010 - 00:01:18


Mittlerweile ist etwas überein Jahr vergangen, seitdem Microsoft „Project Natal“ auf der E3 2009 der breiten Öffentlichkeit vorgestellt hat. Ohne Frage, man konnte mit so einer Ankündigung nicht rechnen und selbst Insider waren positiv überrascht. Als ein Tag später Sony auf der eigenen Pressekonferenz „PlayStation Move“ vorgestellt hat, konnte man als XBOX-Fanboy nur müde lächeln. Will man eine Kamera, die es ermöglicht den ganzen Körper ins Spiel zu integrieren oder doch nur eine WiiMote-Verbesserung? Die Antwort sollte klar sein.
Nach langem hin und her gerate über den Namen und endgültigen Preis, hat sich Microsoft auf der diesjährigen E3 erbarmt und „Project Natal“ den Titel „Kinect“ gegeben, eine Mischung aus den Wörtern Kinetic und Connect. Der Preis wurde auf 149,99€ bzw. 219CHF festgelegt, natürlich ein stolzer Preis, aber dafür gibt es auch noch den Titel „Kinect Adventure“ mit der Kinect-Kamera dabei.
Zum Vergleich muss man für das Starterpaket von PlayStation Move nur 79,99€ berappen, bekommt allerdings auch nur einen Controller, die Kamera (welche bereits separat seit knapp zwei Jahren verfügbar ist) und eine Demo-Disc. Der Controller für die andere Hand, der sogenannte Navigations-Controller kostet weitere knapp 40€. Wenn man dann noch alles ein zweites Mal haben möchte, damit man auch mit Freunden spielen kann ist man knapp 200€ los, ohne Spiel! Ergo kommt man bei Kinect zwar nicht von Beginn an, aber auf Dauer betrachtet besser weg.
Aber nach wie vor stellt sich die Frage, ob man Kinect überhaupt braucht? Ob die Technik funktioniert und was das Game-LineUp verspricht. Ich werde versuchen euch in diesem kleinen Test Antworten auf diese Fragen zu geben.

Ich habe Kinect seit über zwei Monaten. Ja ich war bei dem Beta-Test dabei :-)
Die Hardware, Verpackung und Kabel waren logischerweise die gleichen, welche im Handel erhältlich sind, ausser das keine Anleitungen und Kinect Adventures dabei war.
Beim auspacken gab es direkt die erste Überraschung, dass Dingen ist ganz schön groß, aber gut steckt auch viel Technik drin. Schnell war die Kamera über ein Kabel angeschlossen (XBOX 360 „Slim“), die anderen 360 Konsolen benötigen noch ein weiteres Kabel für eine externe Stromversorgung der Kamera. Ich habe meine Kinect-Kamera auf einem Regal über dem TV stehen, deswegen habe ich versucht den Winkel der Kamera zu ändern, ging aber nicht. Der Grund war schnell klar, wenn die Kamera mit Strom versorgt wird, kann sie den Winkel über einen Stellmotor selbst einstellen. Dies ist bei einigen spielen sehr sinnvoll, wenn z.B. nur der Oberkörper oder die Füße eine rolle für das Spiel spielen.
Beim ersten starten der Konsole mit Kinect hat sich wie gesagt die Kamera justiert und muss danach noch kalibriert werden. Hier wird die Umgebungslautstärke, die Lautstärke eurer Boxen und ähnliches gemessen. Das Kalibrierungs-Menü heißt übrigens „Kinect Tuner“ und kann immer über den XBOX-Guide aufgerufen werden. Der gesamte Einstellungsprozess dauert ungefähr drei Minuten. Danach kann es bereits losgehen!

Kinect-Hub
Hinter dem Name Kinect-Hub verbirgt sich ein Menü, welches vollständig mit Handbewegungen gesteuert werden kann. So könnt ihr im normalen Dashboard einfach durch winken mit der Hand den Kinect-Hub aufrufen. Hier habt ihr einige Bilder welche eben durch eure Gesten mit der Hand aktiviert werden (wenige Sekunden über dem entsprechenden Bild verweilen). Im Kinect-Hub könnt ihr auch die Sprachsteuerung verwenden, allerdings ist diese noch nicht auf deutsch verfügbar (vermutlich erst ab Anfang 2011). Wer nun denkt die englische Sprache nutzen zu können, in dem man das Menü der XBOX auf englisch stellt, liegt leider auch falsch. Die Sprache ist nämlich mit eurer XBOX Live ID verbunden und da man diese nicht ohne weiteres ändern kann bleibt man leider aussen vor. Während der Beta-Phase konnte man allredings die Sprachsteuerung auf englisch, wenn auch nur für kurze Zeit, nutzen. Und ich war wirklich überrascht wie gut dies funktioniert. Man muss werde laut sprechen, da das Mikrofon stark genug ist, noch muss man allzu deutlich sprechen, da die Software eure Worte sehr gut erkennt. Selbstverständlich kann man nicht irgendetwas sagen und erwarten, die entsprechende Umsetzung auf dem Bildschirm zusehen. Die Wortlaute sind vorgegeben, so sagt man „XBOX“ bekommt man die möglichen Aktionen aufgelistet. So kann man z.B. Filme stoppen, vorspulen usw. aber auch die DVD-Schublade öffnen („XBOX open tray“). Eine sehr interessante Sache, welche nach und nach mit Sicherheit noch mehr Funktionen bekommen wird.
Kommen wir als nächstes zum Zune-Marktplatz. Dieser hat es auch mit einem Logo in den Kinect-Hub geschafft. Hierbei handelt es sich eben um den Zune-Marketplace, welcher auch schon im normalen Dashboard anzutreffen ist, nur mit der Erweiterungen via Hand-Gesten gesteuert zu werden. Dort ausgeliehene oder gekaufte Filme können ebenfalls via Bewegungen gestoppt und vorgespult werden (ich denke die Videos werden fast alle gesehen haben, in denen kleine Bilder zusehen sind während der Film schneller abgespielt wird). Das ist ohne Frage ein klasse Feature, aber leider kann man dies nicht für DVDs nutzen.
Eure Freunde und den Avatar-Editor könnt ihr ebenfalls im Kinect-Hub aufrufen, neu ist der Video-Chat, welcher es euch ermöglicht mit Freunden Video-Chats auszuführen. Dies ist sogar zwischen Kinect und Windows möglich!
Ein weiteres Feature ist die sogenannte Kinect-ID. Hier hinter verbirgt sich die Möglichkeit, dass Kinect euch erkennt und automatisch mit dem entsprechenden XBOX Live Account anmeldet. Und erstaunlicherweise klappt dies ziemlich gut, nicht zu letzt aufgrund der vielen Posen, welche ihr bei der Erstellung einer Kinect-ID machen müsst.

Aber nun lange genug drum herum geredet: Funktioniert die Erkennung der Gesten? Gibt es Verzögerungen? Man muss tatsächlich sagen, dass es alles ohne Verzögerungen abläuft. Das Sony gesagt hat, dass Kienct Verzögerungen biete, ist völliger humbug. Selbst Playstation Move ist nicht schneller!
Sowohl im sitzen wie auch im stehen werden alle Bewegungen aufgenommen und eins zu eins ins Spiel übertragen. Ein großes Problem ist nur der Platz! In allen Werbespots und Fotos zu Kienct sieht man riesige Wohnzimmer in denen gespielt wird. Das hat auch leider seinen Grund, es wird viel Platz benötigt. Mein Zimmer würde ich mit 16 m2 nicht gerade als klein bezeichnen, dennoch habe ich Platzprobleme, da mein Bett ziemlich genau 2,80m von dem Kinect-Sensor entfernt steht. Angegeben wird der benötigte Platz mit ca. 2m-2,50m. Das dumme ist nur, dass ich mit 1,90m nicht gerade klein bin und somit eigentlich die 2,50m vom Sensor entfernt stehen sollte. Dies ist nur leider aufgrund des Bettes nur eingeschränkt möglich, zwar kann ich in der Entfernung stehen, aber weiter nach hinten ist schon ein Problem.

Während der Beta konnte ich mehrere Sportarten von Kinect Sports, Joy-Ride Kinect und Kinect Adventures testen. Und man muss sagen, dass es zwar kleiner Fehler gab (welche aber nach und nach verbessert wurden), dennoch funktionierte die Bewegungserkennung schon exzellent. Gerade bei Kinect Sports kommt die motorisierte Winkeleinstellung des Sensors zum tragen, z.B. bei Volleyball wird der Sensor nur eure Hände in der Luft fixieren.

Zum Kinect Lauch sind folgende Titel erhältlich:
Kinect Adventures
Kinectimals
Harry Potter and the Deathly Hallows
Game Party: In Motion
Dance Central
Your Shape: Fitness Evolved
The Biggest Loser Ultimate Workout
EA Sports Active 2
Zumba Fitness
Get Fit with Mel B
DanceEvolution
Dance Paradise
Kinect Sports
MotionSports
Sports Island Freedom
Kinect Joy Ride
Fighters Uncaged
Sonic Free Riders
Crossboard 7

Im Grunde sollte für jeden etwas dabei sein, ausser für Core-Gamer. Und da kommen wir wieder zu dem großen Problem: Was sollen Hardcore-Gamer mit Kinect? Im jetzigen Moment ganz klar gar nichts. Wenn ihr nur Ego-Shooter oder ähnliches spielt, lohnt der Kauf noch nicht. Zwar wurden spezielle Spiele versprochen die gerade die Core-Game ansprechen sollen, aber wann diese tatsächlich kommen werden und was sich überhaupt dahinter verbirgt ist fraglich. Dafür kann man sich jetzt schon einmal in Gedanken ausmalen, was möglich wäre. Vielleicht die Spielfigur weiterhin mit dem Controller steuern, dafür kann man durch Körperbewegungen sich um Ecken lehnen oder Geschosse ausweichen? So etwas wäre bestimmt interessant, aber wie immer wird uns nur die Zeit Aufschluss geben.
Aber im großen und ganzen will Microsoft mit Kinect eine neue Zielgruppe erschließen: Familien mit Kindern. Für diese Zielgruppe ist Kinect wie gemacht. Kinder werden alleine durch die einfache Bedienung und auch entsprechenden Titeln wie Kinectimals angesprochen. Aber auch ältere Herrschaften können sich von der Technik begeistern. Ich möchte gar nicht wissen wie viele Partys es geben wird, auf denen mit Dance Central der Tanzkönig gekrönt wird ;-)

Fazit

Meinung von xw|ridestar

Bleibt am Schluss festzuhalten, dass Kinect eine hübsches Gerät mit einer feinen Technik ist. Gerade das diese Technik besser, als von vielen Seite erwartet, funktioniert ist schon ein Erfolg für Microsoft. Man wird mit Sicherheit auf Dauer PlayStation Move in den Schatten stellen können. Fraglich ist allerdings was die Spiele machen werden. Die beste Technik bringt nichts, wenn spielerisch nichts ordentliches vorhanden ist. Natürlich kann sich das LineUp durchaus sehen lassen, aber machen wir uns nichts vor, für uns Core-Gamer ist da nichts dabei. Zwar macht Dance Central Spaß und mit Freunden wird man sich auch gerne in Kinect Sports messen, aber für Einzelspieler wird die Langzeitmotivation doch sehr schnell flöten gehen. Deswegen ist es unabdingbar weitere Spiele für ein breiteres Publikum zu veröffentlichen.


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