Kinect Adventure gibt es als kostenlose Beilage zu dem Kinect-Sensor zum Preis von 149,99€. Da somit sowieso jeder das Spiel hat, wird dieser Test etwas kürzer als die sonstigen ausfallen, wobei dies auch mit dem geringen Umfang zusammen hängen mag.
Als Beilage bei Konsolen bekommt man immer ältere Spiele, damit man als Neukunde direkt ins Spielgeschehen eingreifen kann. Bei neuer Peripherie, wie es bei Kinect der Fall ist, wird meistens nur ein Tech-Demo beigelegt, damit man sieht was mit der Technik möglich ist. Diesen Weg geht z.B. Sony mit einer Demo-Disc bei ihrer Bewegungssteuerung PlayStation Move. Microsoft dagegen geht einen anderen Weg und packt gleich ein ganzes Spiel dabei, welches natürlich auch die Vorzüge der neuen Technik vorführen soll, aber eben auch als separates Spiel durchgehen würde.
Der Titel besteht aus nur fünf Mini-Spielen, welche separat oder im sogenannten Abenteuer gespielt werden können. Im Abenteuer-Modus werden logischerweise hintereinander alle Mini-Spiele durchgegangen und neue Schwierigkeitsstufen freigeschaltet. Dies geschieht aber nur wenn ihr eine bestimmte Anzahl an Knöpfen sammelt. Diese gibt es in der „billigen“ Variante (weiß/rot), aber auch Bronze, Silber, Gold und sogar Platin können erspielt werden, wenn eine bestimmte Anzahl an den „billigen“ erreicht wurde. Jedes der Mini-Spiele hat drei Schwierigkeitsstufen, welche jeweils zwei Levels enthalten, diese unterscheiden sich allerdings nur minimal.
Nun aber zu den Mini-Spielen. 20.000 Lecks, Rallye-Ball, Flusssause, Raumknall und Reflex-Bergkamm heißen sie und man kann sie übrigens alle zu zweit spielen.
Bei 20.000 Lecks steht man in einem Glas-Käfig im Meer und muss Lecks stopfen, welche von heran eilenden Fischen dem Glas-Käfig zugeführt werden. Durch ausstrecken der Hände oder der Füße werden die Lecks direkt wieder verschlossen. Man muss drei Wellen von „Angriffen“ überstehen. Im Grunde funktioniert dies auch technisch ganz gut, allerdings gibt es Ungenauigkeiten bei den Füßen, diese werden teilweise nicht genau im Spiel übernommen. Wenn man zu zweit das Spiel spielt wird dies noch problematischer.
Rallye-Ball ist das mit Sicherheit bekannteste Spiel. Bei der Vorstellung von „Project Natal“ auf der E3 wurde auch dieses Spiel gezeigt. Vom Prinzip hat sich wenig geändert und ist vielleicht am besten mit Squash zu vergleichen nur halt ohne Schläger. Ein Ball wird vor eine Wand geschlagen, vor der Kisten positioniert sind. In manchen Kisten sind Items mit denen sich die Bälle vermehren und die Farben ändern. Sind alle Kisten zerstört ist das Level beendet. Auch hier spielt ihr mit eurem Mitspieler zusammen.
Gleiches gilt für Flusssause. Hier sitzt man in einem Schlauchboot und stürzt sich den Fluss herunter. Gelenkt wird das Schlauchboot durch Bewegungen nach links oder rechts (dies ist gerade zu zweit problematisch, da hier die Abstimmung stimmen muss), durch Hüpfen könnt ihr springen. Auf dem Weg zum Ziele sind jede Menge Knöpfe vorzufinden, welche durch Handbewegungen eingesammelt werden können.
Raumknall ist das Mini-Spiel welches auch Bewegungen nach vorne ermöglicht. So steht ihr in einem Raum und es erscheinen Luftblasen, diese müsst ihr einsammeln. Dies gelingt aber nur, wenn ihr euch auch nach vorne und hinten bewegt. Klingt wenig spektakulär, macht aber durchaus Spaß und zeigt, dass Kinect auch dreidimensionale Bewegungen wahrnehmen kann.
Das letzte Spiel trägt den merkwürdigen Namen Reflex-Bergkamm. Dies ist auch das einzige Spiel bei dem ihr gegen und nicht mit eurem Mitspieler spielt. In einem Splitscreen lauft ihr schienen entlang und müsst Hindernissen auswichen und wieder einmal Knöpfe einsammeln.
Grafisch wird Kinect Adventure keinen von den Socken hauen. Ordentliche Präsentation ohne hohen Detailgrad, erinnert an Spiele wie Wii Sports oder Wii Play, nur doch eine Ecke besser (360 eben). Der Sound ist in Ordnung, aber nichts besonderes.
Tatsächlich hat das Spiel einen XBOX Live Modus, der es euch ermöglicht einzelne Spiele oder ein ganzes Abenteuer mit einem Freund Online zu spielen. Funktioniert technisch sogar tadellos, aber mal im Ernst es macht doch mehr Spaß vor einem TV, oder?
Ebenfalls gibt es ein Feature durch das ihr geschossene Fotos hochhladen könnt und diese dann im Internet betrachten und weiterverarbeiten könnt.