HOME NEWS REVIEWS SPIELE FORUM GALERIE VIDEOS INTERN ONLINESHOP BENUTZERCENTER

Harry Potter und die Heiligtümer des Todes - Teil 1

 
Spielinfo



Entwickler:
Electronic Arts
Publisher:
Electronic Arts
Platformen:
Genre:
Action
Altersempfehlung:
Release Datum:
17.11.2010


Bewertung

Spielmodi: 7.0
Sound: 8.0
Grafik: 7.5
Atmosphäre:
Gameplay: 8.0
Gesamtwertung: 7.5

Argumente

TOP

- Harry Potter-Atmosphäre
- Fortschritt zu den Vorgängern erkennbar
- Kinect-Modus dabei...


FLOP

- ...der aber mehr Entwicklungszeit benötigt hätte
- wirkt in die Länge gezogen
- Potential nicht ausgeschöpft


Werbung

XBOX 360 | 28.12.2010 - 09:56:59


Vor 13 Jahren wurde das erste Harry Potter-Buch „HP und der Stein der Weisen“ in den USA veröffentlicht. Es hätte wohl niemand gedacht, dass sich ein solch kommerzieller Erfolg einstellen würde. Die Bücher haben natürlich ein Großteil des Umsatzes herbeigetragen, aber die Millionen haben sich natürlich erst durch die Kinofilme aufgehäuft. 2001 war es in den Kinos soweit, zeitgleich hat Harry Potter auf dem Videospiel-Markt sein Debüt mit dem ersten Spiel zum Film geben. Und nun 9 bzw. 10 Jahre später wird die Harry Potter-Reihe sowohl im Kino wie auch auf den Konsolen ihr Ende finden. Da der Stoff des Buches so umfangreich war, ist es den Drehbuchautoren nicht gelungen alles in einem Kinofilm unterzukriegen. Deswegen hat man sich dazu entschlossen „HP und die Heiligtümer des Todes“ in zwei Teile aufzuteilen und somit erst im Juli 2011 den Abschluss der Reihe herbeizuführen. Electronic Arts, seit dem ersten Kinofilm für dessen Videospiel-Umsetzung verantwortlich, wird selbstverständlich auch das Spiel in zwei Teilen veröffentlichen. Schließlich gilt als Grundlage für die Spiele immer der entsprechende Kinofilm, nur minimale Ergänzungen stammen aus den Büchern.
Bisher konnte kaum ein Harry Potter-Spiel überzeugen. Gründe waren einfach lieblose Umsetzungen von Seiten EAs. Selten konnte die Grafik überzeugen, die Steuerung war gewöhnungsbedürftig und das Gesamtkonzepte stimmte einfach nicht. Muss sich, somit auch „HP und die Heiligtümer des Todes - Teil 1“ in die lange Reihe der misslungen Kinofilm-Umsetzungen einreihen oder ist es endlich gelungen ein ebenbürtiges Spiel auf den Markt zu bringen? Wir verraten es euch in unserem Test.

Zur Story braucht man nur wenige Worte zu verlieren. Das Spiel orientiert sich thematisch sehr nah am Kinofilm. Abweichungen sind eine Seltenheit und nur sehr marginal. Wie auch im Film ist Harry Potter zusammen mit seinen Freunden Hermine und Ron auf der Suche nach den fehlenden Horkruxe. Hinter diesem doch sehr merkwürdigen Namen verbärgen sich Gegenstände, in denen Teile von Lord Voldemords Seele magisch hinein projiziert wurden. Erst wenn alle zerstört sind, kann Harry den dunklen Lord endgültig besiegen (dies wird aber erst im zweiten Teil der Fall sein). Und eben um die Suche dieser Horkruxe dreht sich das Spiel.
Solltet ihr euch an die vorherigen HP-Spiele erinnern, blickt ihr nun auf ein komplett anderes Spiel. Gründe hierfür sind vielzählig, so beginnt es bereits damit, dass der Schauplatz nicht mehr die Zauberschule Hogwarts ist, sondern verschiedenen Schauplätze, wie u.a. auch London oder Zauberei-Ministerium. Musste man früher häufig Gegenstände von A nach B zaubern, erinnert das Spiel nun an einen Action geladenen 3rd-Person-Shooter. Dies alles trägt dazu bei, dass der Titel deutlich erwachsener wirkt, als seine Vorgänger.
In Sachen Spielmodi hat man sich tatsächlich ins Zeug gelegt. Neben der Hauptstory, gibt es noch kleine Aufgaben und sogar einen Kinect-Modus.
Die Hauptstory kann auf verschiedenen Schwierigkeitsstufen gespielt werden und kann durchaus 8 Stunden dauern bis sie beendet ist. Das ist natürlich eine ordentliche Spielzeit und kann sich durchaus sehen lassen, leider gibt es aber viel zu viele Situationen im Spiel die unnötig in die Länge gezogen wurden. So stürzen teilweise zig Gegner auf euch zu und ihr habt die Wahl an ihnen vorbei zu eilen oder euch mit jedem einzelnen zu befassen. Am Anfang kümmert man sich auch noch um jeden Todesser persönlich, aber irgendwann hat man genug und versucht an ihnen vorbei zu sprinten oder mit dem Unsichtbarkeits-Umfang an ihnen vorbei zu huschen. Man sollte noch erwähnen, dass man bereits Vorkenntnisse im Harry Potter-Universum haben sollte, am besten bereits alle Teile vorher gelesen/gesehen/gespielt haben, da man sonst ins kalte Wasser geworfen wird und überhaupt nicht weiss warum die ganzen Dinge passieren, die gerade über den Bildschirm laufen.
Bei den kleinen Aufgaben handelt es sich um Challanges, bei denen ihr meist nur ein Gebiet von Gegnern befreien müsst, in einer bestimmten Zeit versteht sich. Dies ist leider alles wenig spektakulär und lässt das gewisse etwas fehlen.
Gleiches gilt leider auch für den Kinect-Modus. An sich ist es eine super Sache, dass es in einem Vollpreisspiel zusätzlich einen Kinect-Part als Beigabe gibt, dennoch hätte man sich etwas mehr wünschen dürfen. So bietet der Modus nur kleine kurze Level, die man entweder alleine oder zu zweit Ko-Op spielen kann. Das die Level ziemlich zusammenhanglos aneinander gereiht sind und keine Story erzählen mag man noch verraten können, aber die Steuerung ist mal wieder unter aller Kanone. Eure Spielfigur bewegt sich von selbst, ihr übernehmt nur die Bewegung der Hand, somit den Zauberstab. Die Bewegungen sind allerdings so simpel, dass es bereits ausreicht eine Hand auszustrecken oder von links nach rechts zu bewegen um einen Zauber auszuführen. Zielen müsst ihr dabei gar nicht, dies übernimmt die CPU für euch. Im Grunde ist es auch egal welchen Zauber ihr ausführt, da die meisten eh den selben Effekt hervorbringen. Wieder einmal schade, ein Harry Potter-Kinect Spiel könnte durchaus interessant sein, wenn es zeitintensiv entwickelt wird, hier war es wohl wichtiger den Zeitplan einzuhalten...

Wie schon erwähnt wurde das Gameplay verändert, das Game spielt sich nun wie ein 3rd-Person-Shooter. Dies ist aber auch nötig gewesen, da man mit dem alten Gameplay die ganzen Action-Einlagen überhaupt nicht hätte spielen können. Leider laufen alle Kämpfe gleich ab. So sollte man mit LT zielen und mit RT den Zauber hervorrufen und nach mehrmaligen Drücken der RT-Taste sollte der Gegner auch schon besiegt sein. Man hat zwar verschiedene Zaubersprüche zur Auswahl, bzw. man spielt nach und nach weitere frei, aber im Grunde würde auch der erste ausreichen um die Gegner recht zügig ins Jenseits zu befördern. Solltet ihr einmal nicht weiter wissen könnt ihr durch einen Tastendruck (B) euren Weg anzeigen lassen, welchen ihr folgen müsst, eine enorme Hilfe. Der einzig interessante Part im Gameplaybereich sind die Stealth-Parts. Bei denen zieht ihr euch den Tarnumhang über und solltet versuchen nicht entdeckt zu werden. Dummerweise gibt es keine Erklärung, so werdet ihr vermutlich zwei oder dreimal entdeckt und wisst nicht warum. Erst dann fällt im unteren Linken Bildschirmrand ein Dreieck auf, welches euch anzeigt wie weit eure Tarnung aufgeflogen ist. Ihr könnt den Umhang auch nutzen, wenn es eigentlich nicht von Nöten wäre, dadurch könnt ihr an vielen Gegner unentdeckt vorbei huschen. Das ist zwar nicht Sinn der Sache, aber so kann man sich einige Kämpfe ersparen.
Insgesamt ist die Steuerung leider weit entfernt von perfekt, da es einfach zu viele Mängel und Ungereimtheiten gibt. Eben auch die Steuerung im Kinect-Part lässt zu wünschen übrig und sollte bis zum zweiten Teil des Spiels deutlich verbessert werden.

Die Grafik ist überraschenderweise auf den ersten Blick sehr gut. Das kindlich Design aus den Vorgängern wurde act acta gelegt und durch ein deutlich düsteres Gesamtkonzept ersetzt. Dieses sieht deutlich besser aus, kann aber dennoch nicht mit Top-Titeln mithalten. Der Detailgrad ist einfach zu gering, Mimik und Bewegungen der Charaktere lassen ebenfalls zu wünschen übrig. Clipping-Fehler oder Probleme mit der Kollisionsabfrage treten leider ebenfalls auf. Sollte zu viel auf dem Bildschirm los sein, solltet ihr euch auf Framerate-Einbrüche einstellen.
Akustisch kann man sich nicht wirklich beklagen. Der gewohnte orchestrale Soundtrack von den Filmen kommt zum Einsatz und untermalt entsprechende Situationen sehr gelungen. Die Soundeffekte sind okay, lassen aber ein wenig die Liebe zum Detail missen. Auch die deutsche Synchronisation ist recht bescheiden. Sie ist emotionslos und wirkt leider abgelesen,

Einen Multiplayerteil sucht man vergebens, einzig Ranglisten für die Challanges oder den Kinect-Modus sind aufzufinden. 

Fazit

Meinung von xw|ridestar

Meiner Erwartungen an das Spiel waren nicht hoch. Alle Vorgänger konnten wenig überzeugen, sei es in Sachen Grafik, Gameplay oder Umfang. Der Umfang hat mich mit 8 Stunden vom Hocker gehauen. Aber die Kehrseite der Medallie sind häufig ähnliche Abschnitte, die für die Story ohne Belang sind. Die Story an sich ist ohne Vorkenntnisse überhaupt nicht nachzuvollziehen. Die Grafik ist dagegen eine deutlich Verbesserung, hat aber dennoch einige Mäkel. Gleiches gilt für das Gameplay, dass mehr auf Action ausgelegt ist. Ärgerlich ist die Umsetzung des Kienct-Modus, der einfach nur dahin geklatscht wirkt. Er wurde weder in die Story eingebaut, noch hat er eine eigene spendiert bekommen. Man hätte doch mit Sicherheit im Buch die ein oder andere Stelle, die im Film nicht zum Zuge gekommen ist, hier nacherzählen können. Auch die Steuerung funktioniert mit dem Kinect-Sensor mehr schlecht als Recht.
Alles in allem ist das Spiel ein klarer Sprung vorwärts im Vergleich zu den anderen Titel der Reihe. Dennoch sollten nur Fans oder jüngere Konsumenten zugreifen, da es doch deutlich bessere Spiele in diesem Segment gibt.


Teilen