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Fallout New Vegas

 
Spielinfo



Entwickler:
Bethesda Softworks
Publisher:
Ubisoft
Platformen:
Genre:
Rollenspiel
Altersempfehlung:
Release Datum:
21.10.2010


Bewertung

Spielmodi: 9.5
Sound: 8.8
Grafik: 8.6
Atmosphäre: 8.2
Gameplay: 9.2
Gesamtwertung: 8.9

Argumente

TOP

riesiger Umfang
neues Setting
neue Geschichte
unzählige Möglichkeiten
V.A.T.S. funktionert noch immer
Entscheidungsfreiheit
Gewichtung eurer Entscheidungen
Story beeinflussbar
Hardcore Modus
Minispiele in New Vegas


FLOP

technisch nicht über alle Zweifel erhaben
etwas hölzerne Animationen
etwas öde Spielwelt


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XBOX 360 | 24.01.2011 - 10:54:48


Knapp ein halbes Jahr nach dem nach dem Erscheinen vom Rollenspiel-Meilenstein Fallout 3 folgte eine Pressemeldung seitens Bethesda Softworks, die einem weiteren nuklearen Einschlag glich. Noch im darauffolgenden Jahr soll mit Fallout: New Vegas ein eigenständiger Ableger der Serie erscheinen und auf den Stärken von Teil drei aufbauen. Das Zepter durften dabei die Rollenspiel-Experten von Obsidian Entertainment schwingen, die sich schon mit Teil zwei des Xbox-Rollenspiels Star Wars: Knights of the Old Republic 2: The Sith Lords beweisen konnten. Obwohl man gehörig an der Grafik und dem doch ziemlich innovationslosen Gameplay zu meckern hatte. Dennoch würde man den klugen Köpfen Unrecht, sie als einfallslos abzustempeln, so gehört doch auch die auf dem PC bekannte Action-RPG-Serie Neverwinter Nights zu ihrem Portfolio. Doch reicht das um die geifernde Fallout-Fan-Meute ein weiteres Mal ins zerstörte Amerika zu locken?

Same shit, different place

Die Geschehnisse von Fallout 3 liegen in Fallout: New Vegas nur vier Jahre zurück, dass heisst also ihr findet euch im Jahr 2281 wieder. Weiter bedeutet das, dass seit dem Great War 2077 bereits 204 Jahre verstrichen sind und die Welt noch immer am Rande des Abgrund steht. Anders als aber viele sonstige Ortschaften ist aber das namensgebende Las Vegas nie direkt von einem Nuklearangriff heimgesucht worden. Weil das Spiel aber in einer post-apokalyptischen Welt spielt, heisst es eben New Vegas, wo man nach wie vor noch dem Glückspiel nachgehen kann, inkl. dem eigens entwickelten Caravan-Spiel. Somit ist der Strip grösstenteils noch intakt und die sonst so alltäglichen Mutationen halten sich dort einigermassen in Grenzen. New Vegas selbst und die ganzen angrenzenden Ländlichkeiten erstrecken sich ähnlich weit wie das Capital Wasteland von Fallout 3, es gibt also wieder einiges zu erkunden. Verglichen mit der realen Welt deckt die Mojave Wüste ungefähr die Fläche der amerikanischen Bundesstaaten Nevada, Arizona und California. Obwohl es keinen eigentlichen Herrscher gibt, bekriegen sich hier diverse Fraktionen wie im wilden Westen. Und je nachdem wie ihr euch ihnen gegenüber verhaltet, werdet ihr dicke Freunde und könnt sogar Verbündete finden oder aber ihr werdet es durch rücksichtloses Vorgehen sehr schwer haben, euch nicht auf verlorenem Posten vorzufinden. Denn wie sagt man so schön; der Feind meines Feindes ist mein Freund.

Aber ich bin doch nur der Postbote!

Anscheinend hat man sich ein wenig beim Kevin Costner Schinken „Postman“ inspirieren lassen, wo man sich den Kopf über eine vernünftige Story zerbrach. Anders ist nicht zu erklären, warum zum Geier ihr gerade einen Postboten in einer nuklear verstrahlten Welt verkörpert!? Allerdings ist das zum Glück nur der Aufhänger zu einem weiteren fantastischen Fallout-Trip! Eigentlich solltet ihr nämlich nur ein Paket mit einem Platinum Chip abliefern, lauft aber dabei einem Anzug tragenden Schurken und seiner Bande in die Hände und werdet schon zu Beginn des Spiels eiskalt erschossen und verscharrt. Selbstverständlich wird das Ganze stets aus der Ego-Perspektive gezeigt. Zu eurem Glück findet euch Victor, seines Zeichens wachsamer Roboter und eine gute Seele zugleich, weshalb er euch auf direktem Weg zu Doc Mitchell in dem Örtchen Goodsprings bringt. Dort nimmt dann die Story nur langsam Fahrt auf, doch nimmt dann Fallout-typisch schon beinahe irrwitzige Züge an, wo ihr so viele verschiedene Wege einschlagen könnt und dermassen unterschiedliche Entscheidungen treffen könnt, dass die Grenzen zwischen gut und böse bereits nach wenigen Spielstunden schwinden und ihr euch schliesslich zu einer der drei vorherrschenden Fraktionen bekennen müsst oder aber ihr euch zur vierten Partei ernennt und eure eigenen Pläne verfolgt. Egal aber was ihr macht und wie ihr es auch anstellt, ihr werdet nicht um das epische Finale auf dem Hoover Damm herumkommen!

So viele Gemeinsamkeiten

Doch nun direkt zum Gameplay und hier zeigt sich genau das was man schon lange zuvor erwartet hat. Eine auf den ersten Blick 1 zu 1 Kopie von Fallout 3. Das fängt schon beim Einstieg an; wo ihr euren Charakter individuell gestalten könnt, nachdem ihr wie zuvor schon erwähnt von einem Ganoven per Kopfschuss hingerichtet wurdet. Immerhin muss ich hier aber schon das erste Dankeschön aussprechen, denn Obsidian hat die Charaktererstellung perfekt ins Spiel eingebaut. Und was mir besonders gefallen hat, ist die Tatsache, dass man sich nicht die eine oder andere Stunde mit der Kindheit seines Protagonisten aufhalten musste. Mit Schrecken denke ich nur zu ungern zurück an die endlos langweilige Intro-Sequenz von Fallout 3. Zudem ist dem Spieler in Fallout: New Vegas überlassen ob er ein Tutorial will oder nicht, und dieses darf man jederzeit abbrechen. Davon abgesehen können wahrscheinlich nur echte Kenner die beiden Spiele unterscheiden. Ihr startet auch in New Vegas in einem kleinen Kaff irgendwo im nirgendwo und seht nur endlose Wüsten und Hügellandschaften. Das betrifft auch das Gameplay und die technische Umsetzung.

Gut geklaut und nicht essentiell verbessert

Doch im Bezug auf das Gameplay ist das natürlich nichts schlimmes, wenn man sich bei solch einem starken Genre-Vertreter bedient. Wie in jedem Rollenspiel passieren auch in Fallout: New Vegas unzählige Berechnungen im Hintergrund und entscheiden oftmals über Erfolg und Niederlage. Dazu werden nicht nur eure Grundattribute mit einbezogen sondern auch die ergänzenden 13 Skills, wie z.B. Reden, Pistolen und einige der neuen wie Überleben oder Nahkampf, die ihr bei jedem Stufenanstieg ausbauen und nach Belieben verfeinern könnt. All euere Fähigkeiten zeigen sich besonders in den Kämpfen, wenn ihr Gebrauch von dem sogenannten V.A.T.S. macht. Für Unwissende, das ist ein auf Aktionspunkte ausgelegtes taktisches Vorgehen. Klingt verwirrend, ist aber im Grunde nichts anderes als ein einfrieren des Spielablaufs und dann könnt ihr diverse Körperteile von Gegnern anvisieren und je nach Anzahl verfügbarer Punkte mehrmals ausführen. Das macht besonders in hektischen Situationen Sinn, damit ihr euch so einen optimalen Überblick verschaffen könnt und so die beste Taktik zurecht legen. Hier zeigt sich aber dann doch die erste wirkliche Verbesserung zu Fallout 3. Man hat die 3rd-Person-View verfeinert und dazu der Ego-Perspektive das Zielen über Kimme und Korn hinzugefügt. So wird man selbst ohne V.A.T.S. zu gebrauchen die Gegner im Nu besiegt haben, wenn man sich denn mit FPS auskennt. Ausserdem hat man sich noch den Hardcore Modus einfallen lassen. Der ist unabhängig vom Schwierigkeitsgrad bedeutend fordernder, denn in diesem Modus ist das Spiel realistischer. So kann man bei Verletzungen nicht nur ein Stimpak nehmen und die Gesundheitsanzeige ist wieder voll, nein, es dauert an. Hinzu kommt noch, dass man regelmässig schlafen, essen und trinken muss, damit man nicht erschöpft ist oder sogar dehydriert!

Obsidian und die technische Umsetzung

Alles in allem passt es also bisher schon. Doch was genau hat sich auf technischer Ebene in den letzten zwei Jahren eigentlich so getan. Nun ja, das kann man relativ einfach zusammen fassen: nichts! Das klingt jetzt zwar ziemlich hart, doch relativieren die nachfolgenden Begründungen dieses Fazit schnell. Zum einen ist die Vertonung wieder erste Sahne, die Anzahl der eingesprochenen Dialoge und deren bestechende Qualität erreicht beinahe BioWare-Niveau und auch die epische Musik setzt stets zum rechten Zeitpunkt ein. Wiederum grunzen die Gegner, stöhnen die Feinde, klingen die Waffen und krachen Explosionen noch genau gleich wie vor zwei Jahren. Und wie es, sorry, nicht anders von Obsidian Entertainment zu erwarten war, hat die man die Grafik eins zu eins importiert! Deshalb erspäht man nach wie vor Pop-Ups und andere Unreinigkeiten, doch was dabei wirklich schlecht ist, ist die verschlampte Gelegenheit die Animationen der gesamten Bevölkerung zu überarbeiten. So staksen die Menschen nach wie vor durch das zerstörte Amerika, wie man ihnen einen Stock in den Allerwertesten gesteckt hätte. Das macht sich besonders in der 3rd-Person-View bemerkbar. Wie gesagt, alles genauso wie in Fallout 3. Ganz sicher nicht schlecht, doch eben einfach zwei Jahre später hat man dafür nur wenig Verständnis.
 

Fazit

Meinung von xw|Swiss Reddi

Fallout: New Vegas ist eine optimale Möglichkeit, sich nochmals ins zerstörte Amerika zu begeben und dort weitere spannende Sachen zu erleben. Doch eins muss klar sein; es ist einfach ein Spin-Off von Fallout 3. Wer also schon damit nicht warm wurde, wird auch hier nicht freudig. Trotz all der eher schlecht umgesetzten / importierten Punkten ist das Spiel wieder ein Spassgarant erster Güte. Doch seid gewarnt, es wird eure Freizeit killen!
 


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