Marvel vs. Capcom 2 wurde ursprünglich am 16. Juli 2000 in Europa veröffentlicht. Seither sind es mehr als 10 Jahre vergangen und das Spiel hat immer wieder sein Comeback auf den folgenden Konsolengenerationen gefeiert, wie im November 2002 für die Playstation 2 und Xbox. Auch die aktuelle Konsolengeneration wurde diesbezüglich nicht im Stich gelassen und man konnte seit 2009 den Titel als Xbox Live Arcade und im PSN herunterladen. Mittlerweile ist der langersehnte Nachfolger mit dem Namen Marvel vs. Capcom 3: Fate of Two Worlds endlich erschienen. Was das Spiel so alles bietet, lest ihr hier bei uns im Test.
Schicksal zweier Welten
Nach dem Einlegen des Spiels, wird man von Marvel vs. Capcom 3: Fate of Two Worlds mittels einem spektakulären Intro begrüsst. Es gibt insgesamt vier Intros, die je mehrere Minuten lang dauern und alle unterschiedlichen Charaktere beider Welten präsentieren. Während man im Vorgänger noch weit über 50 Kämpfer zur Auswahl hat, findet ihr neu nur noch 36 Kämpfer. Der Grund dafür ist, dass Capcom auf ähnliche Charaktere mit dem gleichen Kampfstil verzichtet hat. So wurde beispielsweise Ken aus Street Fighter gestrichen, weil Ryu angeblich die bessere Wahl ist. Dieser Schritt ist zwar nachvollziehbar, doch ein paar Fans werden über diese Entscheidung sicher nicht glücklich sein. Ausserdem wurden schon vor dem Release weitere Kämpfer als PDLC angekündigt, Jill Valentine und Shuma-Gorath. Der Preis von 400 MSP bzw. 5.- Franken pro Kämpfer ist jenseits von gut und böse; das ist pure Geldmacherei. Klar, niemand wird hier zum Kauf gezwungen, doch trotzdem ist es unverschämt.
Das Alpha-Team soll’s richten
In Marvel vs. Capcom 3: Fate of Two Worlds bestimmt ihr zu Beginn euer persönliches Team bestehend aus drei beliebigen Kämpfern. Dabei könnt ihr sowohl Kämpfer aus der Marvel- wie auch Capcom-Welt miteinander mischen; das ist überhaupt kein Problem. Ausserdem könnt ihr drei Reserveeinheiten, die je aus drei Kämpfern besteht, bilden. Diese Zusammensetzung bleibt dann gespeichert und kann jederzeit im Menü geändert werden. Die Idee ist hier sehr sinnvoll, da man sowohl den Kampfstil als auch die Kostüme bestimmen kann; dadurch erspart ihr viel Zeit und müsst nicht jedes Mal das Favoriten-Team neu zusammen stellen.
Habt ihr das Team beisammen, kann der Kampf auch schon losgehen. Der erste Kämpfer, den ihr ausgewählt habt, tritt auch als erstes an. Dabei könnt ihr während des Kampfes, die anderen Kämpfer jederzeit in den Ring rufen. Dies bewerkstelligt ihr mit der LB und RB Tasten und ist besonders sinnvoll, wenn ein Kämpfer angeschlagen ist und kurz aus dem Ring muss, um sich zu regenerieren, während der andere Teamkamerad dafür einspringt. Im Grunde genommen, ist es mit dem Tag-Team Modus von Dead or Alive 4 zu vergleichen. Um kurzzeitig zwei Kämpfer im Ring zu haben, also mit jemandem im Team einen Assist durchzuführen, drückt man einfach nur ganz kurz die LB bzw. RB Taste. Daraufhin springt die Unterstützung rein, verpasst dem Gegner ein paar Schläge und ist genauso schnell wieder weg, wie sie gekommen ist.
Ready? Fight!
Was natürlich ganz gut umgesetzt wurde, dass jeder Kämpfer sein eigenes Auftreten und mehrere Siegessprüche auf Lager hat. Auch die verschiedenen Kombos sind alle auf den jeweiligen Kämpfer zugeschnitten. So packt beispielsweise Chris Redfield schweres Geschütz aus und lässt Granaten und Projektile auf den Gegner fliegen, während Wolverine blitzschnell seine Klauen wie ein Sturm herumwirbelt. Für richtig abgefahrene Kombos, müsst ihr auf die Energieleiste unten am Bildschirm achten. Diese füllt sich, sowohl wenn ihr Schläge einsteckt als auch für ausgeteilte Angriffe. Je nach dem welche Stufe sich da angesammelt hat, können umso abgefahrene Kombos bewerkstelligt werden. Auch als Team könnt ihr sogenannte Cross-Over Combinations ausführen, bei denen eure Kämpfer alles aus ihrer Trickkiste rausholen, um dem Gegner Saures zu geben.
Spielmodi
Im Arcade Modus müsst ihr zehn Stages meistern und am Schluss den fiesen Endgegner schlagen, bevor der Abspann eures Kämpfers über den Bildschirm rollt. Danach werden viele Extras wie Spielerbilder, Konzeptgrafiken, Videos, neue Kämpfer und Kostüme freigeschaltet, die ihr jederzeit in der Galerie in aller Ruhe betrachtet könnt. Natürlich erhält man am Schluss auch eine grosse Anzahl von Erfahrungspunkten, die euch neue Kampftitel und –Ränge für die Lizenzkarte bringen. Der Versus Modus ermöglicht euch mit einem zweiten Controller gegen einen andern Spieler anzutreten. Wer aber an seinen Kampfküsten ein bisschen herum feilen möchte, wählt den Trainingsmodus aus und übt mit der KI, ohne sich Gedanken über den Lebensbalken machen zu müssen. Als Letztes gibt es noch den Modus Mission. Hier kämpft ihr mit jeder Spielfigur durch spezifische Missionen, dabei erlernt ihr jede Kampftechnik jedes Kämpfers.
Im Onlinemodus gibt es Ranglisten-Spiel, Mitspielersuche, Lobbysuche, Lobby erstellen, Shadow Battle und Event zur Auswahl. Im Shadow Battle tretet ihr gegen hochspezialisierte CPU-Gegner an, die je nach Stufe besonders aggressiv spielen. Hier bereitet man sich am besten gegen einen Onlinekampf vor. Der „Event“ ist im Grunde genommen nichts anders als eine Liste mit Herausforderungen, die ihr einzeln annehmen könnt. Dies soll euch Ziele geben und die Motivation beim Spielen steigern.
Grafik & Sound
Die Grafik von Marvel vs. Capcom 3 kann sich wirklich sehen lassen. Was da für Effekte zum Vorschein kommen, ist wirklich mehr als nur sehenswert. Die meisten Stages haben eine Beziehung zu irgendeinem Kämpfer und sind allesamt detailreich gestaltet worden. Beispielsweise fühlt sich Wesker in einem Umbrella-Labor mit den Lickern im Hintergrund am wohlsten, während Thor den Hammer in seiner Heimatwelt Asgard gerne schwingt. Ein wahres Feuerwerk kommt hingegen erst zum Vorschein, wenn die Kämpferinnen und Kämpfer ihre Spezialattacken ausführen. Der ganze Bildschirm wird sozusagen nur so von Licht und Flammen überschwemmt sein. Auch zum Sound kann man nur grosses Lob aussprechen. Die fetzigen Soundtracks harmonieren perfekt mit dem Spiel und sorgen viel zur Kampfatmosphäre bei. Zudem hat jeder Kämpfer seinen eigenen Soundtrack, der bei passender Stages im Hintergrund abgespielt wird.