Um einmal ein wenig anders in ein Review zu starten, beginnen wir dieses Mal einfach mit einer kleinen Quizfrage. Und diese lautet: Wie zum Geier verdient man ohne auch nur einen Finger zu krümmen, locker ein paar Kröten mehr an einem bereits existierenden Produkt, dass man schon über XBLA veröffentlicht hat? Ich weiss, ist jetzt nicht gerade gleichzustellen mit der Frage nach dem Sinn des Lebens aber hey, im vorliegenden Testmuster geht sowieso nichts über Logik oder Verstand. Deshalb wollen wir hier nicht weiter auf die anfangs gestellte Frage eingehen, sondern widmen uns gleich Serious Sam HD: The First & Second Encounter. ...*hüstel*... Also, noch kurz ein paar Fingerübungen und auf ins grosse Schlachten!
Vergesst allen Anspruch!
So, jetzt käme eigentlich kurz eine kleine Zusammenfassung der Handlung von Serious Sam: The First & Second Encounter, doch das stellt sich leider als extrem schwer an, denn es gibt einfach keine. Meines Wissens existiert ausserdem nicht einmal etwas wie eine Rahmenhandlung. Deshalb lasse ich das jetzt mal aus und fahre gleich mit dem Spielprinzip an sich weiter. Gut, hmmm, wie umschreibe ich das am Besten?! Ach ja, genau; ballern! Schön, und sonst? Kurz überlegen, es gibt Power-Ups und grössere Wummen mit zunehmender Spieldauer und ... ja doch, das dürfte es gewesen sein. Dafür kann man sicher seine Waffen upgraden oder optisch ein wenig aufpimpen?! Denkste, das grösste der Gefühle ist dann schon, wenn man zwei Waffen gleichzeitig gebrauchen darf. Und das sind meistens dann zu allem Überfluss auch nur die kleinen Knarren. Klingt im Zeitalter von ausuferndem Waffen-Costumizing und Level-Wahn etwas altbacken und langweilig, und dem ist auch so. Zumindest teilweise. Weil langweilig ist in diesem Fall definitiv fehl am Platz, denn dafür sorgen die Millionen Gegner auf eurer Odyssee!
It doesn’t matter
Wenn man also die Disc im Laufwerk rotieren hat, darf man sich am ersten oder nach Laune auch am zweiten Teil der Serious Sam Reihe versuchen. Aber im Grunde spielt es absolut keine Rolle, für welchen Teil ihr euch entscheidet, denn sie variieren sich ungefähr wie ein braunes von einem weissen Ei. Klar ist der, ich nenn ihn jetzt mal so, neuere Teil, also sprich, The Second Encounter ein wenig hübscher als noch der Erstling, doch machen eigentlich beide einen recht anständigen Eindruck in der HD-Fassung. Wie dem auch sei, sobald ihr startet rennen euch schon die ersten wild gewordenen Gegner mit einem riesigen Karacho entgegen, sodass ihr am liebsten gleich mal in Deckung hüpfen möchtet. Blöderweise hat man solchen taktischen Firlefanz beim Design der weitläufigen Areale komplett ignoriert und deshalb bleibt nicht viel anderes übrig als den Arsch zusammen zukneifen und den Feinden Paroli zu bieten.
Blood’n’Gore
Also Waffen durchladen, zielen und abdrücken. Je nach Schwierigkeitsgrad mögen die bösen Buben ein wenig mehr oder weniger einstecken, doch das dürfte zu Beginn sowieso noch nicht ein grosses Problem sein, da sich die Gegneranzahl doch noch an einer Hand abzählen lässt. Wie dem auch ist, jede Konfrontation endet irgendwann und das alles andere als kindgerecht! Hier fliegen abhängig nach Kalibergrösse schon einmal ganze Körper oder eben auch einzelne Gliedmassen mit knallroten Blutfontänen begleitet durch die Luft. Doch dabei kann man sich ein gewisses smilen nicht verkneifen, denn das Gegnerdesign ist so was von total abgefahren, dass man das ganze zu keinem einzelnen Zeitpunkt ernst nehmen darf und sowieso nie kann! Von Kamikaze-Bombern über fauchende Monstergorillas oder überdimensionierte organische AT-RT’s bietet das umfangreiche Arsenal so ziemlich alles möglich Erdenkliche um euch bei Laune zu halten. Allerdings funktioniert das nur zeitweise, denn hier zählt definitiv nur die Quantität! So stürzen euch meistens ununterbrochen gefühlte 7'043'943 Feinde zeitgleich auf euch und ihr eigentlich nie Zeit bekommt, den Abzugsfinger zu entspannen. Und so witzig das auch klingen mag, irgendwie verleidet das nach einer kurzen Weile doch ziemlich schnell. Das dürfte auch an fehlenden Highlights oder einem nicht vorhandenen Spannungsbogen liegen. Dafür entschädigen aber durchaus unterhaltsame Multiplayer-Modi. Sei es jetzt zu 8 gegen oder Ko-Op miteinander.