Run-and-Gun-Shooter sind schon seit jeher ein fester Bestandteil der Videospielindustrie. Einer der langlebigsten und auch beliebtesten Serien ist die Contra-Reihe oder auch Super Probotector, wie sie zwischenzeitlich bei uns hiess. Nun hat man dank der exzellenten Internetdienste von Microsoft und Sony endlich die Möglichkeit, ein eher simples Spielkonzept preisgünstig unter die Gamer zu bringen. Doch wie hält sich Hard Corps: Uprising, seines Zeichens ein Prequel zum damals hochgelobten Contra: Hard Corps, im Härtetest?
In ferner, ferner Zukunft
In Hard Corps: Uprising befinden wir uns im Jahr 2613 und die Welt wird von dem sogenannten Commenwealth Imperium unter der Herrschaft von Tiberius regiert. Dass man unter einer Diktatur auch viele Leidende Seelen wiederfindet, ist so selbstverständlich wie das Amen in der Kirche. Deshalb machen sich zwei Krieger auf, sich den Weg zum bösen Diktator freizuballern. Doch wie in allen Vertretern dieses Genres muss oder darf man hier nicht zu viel erwarten. Soll heissen, dass weder die Story grossartig nach vorne gepusht wird noch irgendwelche Twists oder Überraschungen eingeflochten wurden. Es ist schlicht nur ein Aufhänger, damit man diese Ballerorgie auch irgendwie gerechtfertigen kann. Doch das ist nicht weiter schlimm, denn man holt sich keine Contra-Titel weder der tiefschürfenden Story sondern wegen der kompromisslosen Action! Und davon gibt’s auch hier jede, jede Menge.
Quälen oder Spass haben?
Bevor man sich ins Getümmel stürzen kann, muss man sich für einen der beiden enthaltenen Protagonisten entscheiden. Die Unterschiede liegen in erster Linie nur in der Erscheinung. So kann man also mit dem ehemaligen Commenwealth-Soldaten Bahamut, der interessanterweise gleich benannt wurde, wie der Antagonist in Contra: Hard Corps, oder dem Augenfang Krystal in die Schlacht ziehen. Dabei kann man „nur“ zwischen zwei Spielmodi wähle: Arcade und Rising Mode. Der Arcade-Mode ist nur, und ich möchte das noch zusätzlich unterstreichen, für richtige Könner und frustresistente Zocker. Denn hier hat man nur eine begrenzte Anzahl an Leben und man darf beim kleinsten Fehler wieder vom letzten Checkpoint starten und die Continues schwinden schneller als einem lieb ist. Deshalb sollten sich wirklich nur Fans von knallharten 8- oder 16-Bit Shootern an diesen Modi wagen. Denn es ist für Normalos einfach zu schwer um wirklich Spass zu machen. Doch hier kann dann die erste richtige Neuerung im Contra-Universum alles rumreissen: der Rising Modus. Das ist im Grunde eigentlich dasselbe wie der Arcade-Modus, inklusive knackigem Schwierigkeitsgrad und schnellen Toden, doch kann man hier seinen Charakter upgraden! Man zockt sich so also durch die Stages und bekommt für Abschüsse Punkte gutgeschrieben, die man dann im riesigen Shop für diverse Verbesserung wie eine längere Lebensleiste, mehr Continues oder sogar für Waffenupgrades und neue Fähigkeiten ausgeben kann. Hier kann man sich wirklich schön die einzelnen Levels anschauen und wenn man irgendwo mal feststeckt, geht man einfach in einen früheren Level zurück, holt noch ein paar Zusatzpunkte und levelt seinen Charakter auf. Richtig tolle Neuerung!
Halt ARC System Works
Technisch macht das erste im Anime-Stil gehaltene Contra-Spiel eine durchaus blendende Figur. Obwohl es anfänglich durchaus befremdlich wirkt, verstehen es die Entwickler von ARC System Works durch ihre vorigen Arbeiten an Guilty Gear oder auch an BlazBlue, wie man wunderschöne handgezeichnete Spiele programmiert. Die Charaktere sind unglaublich liebevoll ins Spiel eingebaut worden, im Hintergrund spielt sich ähnlich viel Action ab wie im Vordergrund und es kommt selbst beim grössten Gegneraufkommen zu keinen merklichen Slow-Downs! Witzig ist auch, dass man z.B. schon im ersten Level einen riesigen Sandwurm-Robotor im Hintergrund beobachten kann. Dieser greift dann von Zeit zu Zeit ins vordergründige Geschehen ein, bevor ihr ihm dann im ersten Bossfight gegenübersteht. Doch bei solchen Spielen macht es doch sowieso am meisten Laune, wenn man mit einem Kollegen in die Schlacht ziehen kann. Weshalb man sich nicht nur lokal sondern endlich auch online mit einem Gleichgesinnten verbünden kann um die Welt zu retten. Selbst das funktioniert einwandfrei. Einziger Wermutstropfen sind die doch ziemlich langen Ladezeiten zwischen den Levels. Dafür wird man mit einem Anime-Intro der Spitzenklasse begrüsst, dass man gleich nach dem Spielstart offeriert bekommt, sodass ihr euch zuerst einmal davon erholen müsst!