An sich sind wir natürlich eine XBOX-Seite. Dennoch dürfen wir uns nicht den Technikneuheiten und gerade hierbei den neuen Konsolen verschließen. Deswegen haben wir einen Blich auf den neuen Handheld aus dem Hause Nintendo geworden.
Seit Ende März ist der sogenannte Nintendo 3DS im Handel erhältlich. Die nunmehr dritte Variante des Nintendo DS (DS, DS Lite; DSi) bietet eine echte Neuerung und sogar eine kleine Revolution: 3D ohne Brille! An sich eine gute Sache, aber ist es alltags tauglich oder nur als Gag gedacht? In unserem Test erfahrt ihr mehr!
Vor ein paar Wochen erreichte uns ein Paket von Nintendo, der Inhalt war das 3DS-Testgerät und die beiden Spiele „Nintendogs & Cats“ und „Super Street Fighter 3D“.
Selbstverständlich haben wir uns direkt über das Paket hergemacht und waren überrascht wie viele, und vor allem dicke, Handbücher dem Gerät beiliegen. Als kleine Beigabe hat Nintendo sogar eine „Ladestation“ für das Gerät mitgeliefert, auf die man das Gerät nur legen muss, somit erspart man sich das mühselige einstecken des Ladekabels.
Der Nintendo 3DS unterscheidet sich optisch kaum von seinen Vorgängern. Er hat allerdings vorne zwei Kameras (um 3D Fotos zu schießen) und Kamera innen, des weiteren kann man neben dem typischen Steuerkreuz auch einen Analog-Stick finden. Eine Schwachstelle gegenüber den Vorgängern ist das Akku, welches im 3D-Betrieb nur knapp drei Stunden hält, im 2D-Betrieb auch nur 4 Stunden. Der Vorgänger (DSi) konnte immerhin 4,5 Stunden anbieten.
Hat man das Gerät aufgeklappt springen einen natürlich die beiden Displays in das Auge. Das untere Display (Touchscreen) ist in der Größe mit dem Vorgänger identisch, hat aber in Sachen Berührungsempfindlichkeit deutlich zugelegt. War man früher gezwungen den beiliegenden Stift zu nehmen oder mit dem Fingernagel zu tippen, reicht nun einfaches Tippen mit dem Finger aus. Unter dem Touchscreen befinden sich drei Knöpfe (Select, Home und Start), welche aber leider einen ungünstigen Druckpunkt aufweisen.
Aber lange genug drumherum geredet! Es geht natürlich um das obere Display, welches den 3D-Effekt erzeugt. Das 800x240 Pixel große Display nutzt ein interessantes Verfahren um ein 3D-Bild zu erzeugen. Das System bekommt zwei Bilder, welche eine Größe von gerade einmal 300 Pixel in der Breite aufweisen, dadurch das diese nun etwas versetzt voneinander dargestellt werden, entsteht ein 3D-Effekt. Dieser ist ohne Frage sichtbar, leider nur mit einigen Einschränkungen. So ist der Abstand zu den Augen und auch der Winkel von entschiedener Bedeutung. Hält man das Gerät in einem falschen Winkel, zu nah oder zu weit weg, ist der Effekt nicht mehr sichtbar. Glücklicherweise gibt es einen Regler, der die „Stärke“ des 3D-Effekts beeinflusst (indem er die Einzelbilder weiter zusammen oder auseinander darstellt). Insgesamt bleibt zu sagen, dass man den Effekt erkennen kann (natürlich Software abhängig), Nintendo hat nicht zuviel versprochen. Leider kann es bei einigen Nutzern zu Gesundheitsproblemen kommen. Vor allem wenn man den angegebenen Winkel nicht einhält ermüden die Augen schnell, des weiteren sind sie nicht gewohnt so oft fokussieren zu müssen wie bei diesem Gerät.
Aber wie immer bleibt die Frage ob es auch entsprechende Software für eine neue Konsole gibt und ob diese in der Lage ist das Potential des Geräts auszuschöpfen.
Wie schon erwähnt haben wir „„Nintendogs & Cats“ erhalten. Und man muss leider sagen, dass es sich kaum von den Vorgängern für den normalen DS unterscheidet. 2005 kam das Spiel bereits auf den Markt und in der neuen Version wurden nur Kleinigkeiten hinzugefügt. Natürlich ein 3D-Effekt und wie der Titel schon verrät sind Katzen mit von der Partie. Für alle die das Spiel nicht kennen sei gesagt, dass es hierum geht ein Hund/Katze groß zuziehen. Also füttern, Gassi gehen, spielen usw., ähnlich wie damals bei den Tamagotchis. Man muss allerdings feststellen, dass der 3D-Effekt bei weitem nicht sein volles Potential erreicht. Hier und da erkennt man zwar deutlich, dass alles in 3D ist, dennoch hätte man sich mehr wünschen dürfen.
Gerade im Vergleich zu „Super Street Fighter 3D“ kann man einen deutlichen Unterschied erkennen. Hier ist der 3D-Effekt deutlich sichtbar und macht richtig Spaß. Ansonsten kann das Spiel aufgrund seines Umfangs und Steuerung punkten. Mit Sicherheit einer der besten Launch-Titeln.
Apropros Launch-Titel, lässt doch stark zu wünschen übrig und lässt einen klassischen System-Seller vermissen. Bekannte Charaktere von Nintendo sucht man verzweifelt, weder Zelda, noch Mario haben es zum Launch geschafft. Zwar sind schon entsprechende Spiele in der Entwicklung, dennoch hätte man sich schon wenigstens eines, und sei es ein „Mario Kart 3D“, zum Launch gewünscht. Andere Publisher halten dagegen mit „Ridge Racer“, „Pro Evolution Soccer“ oder „Die Sims 3“ die Flagge hoch.
Nintendo hat sich also in Sachen Launch-Titeln nicht mit Ruhm bekleckert, dafür haben sie interessante Mini-Spiele direkt in den 3DS implementiert, Stichwort: Augmented Reality. Das sogenannte AR Game zeigt, was mit der Technik möglich ist. So liegen jedem System 6 Karten bei, eine ?-Karte und 5 Karten mit Charakteren aus den Nintendo-Universum. Die ?-Karte muss auf einen Tische gelegt werden und dient quasi als Mittelpunkt. Die beiden Kameras auf dem Deckel erfassen diese Karte nun und auf dem Bildschirm werden Spielwelten erzeugt. Dies funktioniert sehr gut und macht riesig Spaß (mehr als so mancher Launch-Titel). Leider gibt es nur wenige Spielmodi (z.B. auf eine Zielscheibe schießen oder Labyrinth), dennoch sollte man es einmal ausprobiert haben, so kann man sich die Zukunft des Handheld-Gamings vorstellen.
Ein weiterer Vertreter ist Face Raiders, ein Titel der ebenfalls direkt im System integriert ist. Hierbei macht ih ein Foto von euch selbst oder einem Freund, das System wandelt das Gesicht in einen 3D-Kopf um. Dieser Kopf wird nun mehrmals dupliziert und fliegt wie Bienen um euch herum, ihr müsst euch nun tatsächlich selbst drehen um diese „360°-Spielwelt“ komplett zu sehen. Auch dies funktionier hervorragend, aber leidet erneut unter dem Mangel an Umfang.
Wie schon erwähnt kann man mit dem 3DS auch Fotos schießen, welche auf dem Bildschirm in 3D wiedergegeben werden. Dies sieht wirklich sehr nett aus, allerdings lässt sich über den Sinn streiten, da man logischerweise die Fotos nicht in 3D ausdrucken kann.
Bisher ist auch ein 3D-Video im Menü verfügbar, welches den 3D-Effekt sehr gut zeigt. Bis zum Ende des Jahres will Nintendo ganze 3D-Filme als Download anbieten. An sich eine nette Idee, aber wer guckt schon gerne Filme auf so einem kleinem Display...?