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Alice: Madness Returns

 
Spielinfo



Entwickler:
Spicy Horse
Publisher:
Electronic Arts
Platformen:
Genre:
Action
Altersempfehlung:
Release Datum:
15.06.2011


Bewertung

Spielmodi: 7.5
Sound: 7.0
Grafik: 6.5
Atmosphäre:
Gameplay: 8.0
Gesamtwertung: 7.1

Argumente

TOP

-Alice ist wieder da!
-Ordentlicher Umfang
-Gelungenes Setting...


FLOP

-...welches dennoch zu viel Potential verschenkt
-maue Soundkulisse
-Gameplay verursacht Frust-Momente


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XBOX 360 | 15.06.2011 - 18:25:56


Wer kennt Alice im Wunderland nicht? So gut wie jeder Mensch auf der Erde wird von Alice gehört haben und zugleich auch zumindest halbwegs vertraut mit dem Wunderland sein. War es in den vergangenen Jahren etwas ruhiger um Alice, ist sie im vergangenem Jahre Dank Tim Burton‘s Kinoumsetzung „Alice im Wunderland“ wieder auf den großen Kinoleinwänden zurückgekehrt. Beachtlich wenn man bedenkt, dass Lewis Carroll bereits 1865 die erste Ausgabe von Alice  im Wunderland veröffentlichte. Damals handelte es sich um ein Kinderbuch, welches 6 Jahre später mit Alice hinter den Spiegeln eine Fortsetzung erhalten hat. Erstaunlich wie viele verschiedene Interpretationsansätze die Geschichte den Autoren liefert. Wer den Film gesehen hat weiß, wovon ich spreche.
Vor gut elf Jahren hat sich der Gamedesigner American James McGee an das Alice-Universum heran gewagt und heraus kam „American McGee‘s Alice“. Mit einer abgedrehten Story und deutlich brutaleren Auslegung der Geschichte. Mit Wertungen mi Bereich von 80-90% konnte man das Spiel durchaus als Erfolg bezeichnen. Erstaunlicherweise war lange Zeit ruhe um den Titel und erst 2009 hat EA einen Nachfolger angekündigt. „Alice Madness Returns“ stammt aus dem Hause Spicy Horse, welche unter der Hand von American McGee arbeiten. Deswegen lässt sich auch der Untertitel „An American McGee Game“ vertreten.
Dies ist zwar alles schön und gut, aber kann der Nachfolger in der heutigen Zeit überzeugen? Oder handelt es sich hier um ein langweiliges 08/15 Spiel? Wir verraten es euch in unserem Test!

Es sei an dieser Stelle erwähnt, dass es sich nicht um ein Kinderspiel handelt! Zwar ist Alice im Wunderland ein Kinderbuch, die Auffassung von McGee war aber eine komplett andere. Aus diesem Grund ist das Spiel in Deutschland ab 16 freigegeben, erstaunlich da es sogar ein PEGI 18-Logo verpasst bekommen hat.

Die Welt von Alice ist deutlich düsterer und brutaler als erwartet. So spielt „Alice: Madness Returns“ genau elf Jahre nach dem ersten Teil. Alice ist erwachsener geworden und bewohnt die Nervenheilanstalt, die sie in den Jahren zuvor ihre Heimat nannte, nicht mehr. Da sie aber nach wie vor ist geistig verwirrt ist, besucht sie dort einen Psychiater. Ihre Verwirrtheit beruht auf Erlebnisse aus der Kindheit. So ist damals ihre Familie bei einem Feuer getötet worden, selbst nach all den Jahren hält sich Alice schuldig das Feuer verursacht zu haben.
Allzu große Fortschritte scheint der Psychiater bei Alice nicht erreicht zu haben, schließlich nehmen ihre Gedanken und Tagträume überhand. Das Ergebnis: Alice verlässt die Realität und findet sich im Wunderland wieder. Wer jetzt denkt man fände Fontänen vor, aus denen Schokolade sprudelt und Süssigkeiten hängen an Bäumen, hat sich zutiefst getäuscht. Blut beschmiertes Grass und merkwürdige Gestalten begrüßen Alice und begleiten sie auf ihrer Reise. Kann sie im Wunderland Antworten für die Gründe des Brandes finden?
Die Story bietet eine Spielzeit von ungefähr 12 Stunden. Wollt ihr alle versteckten Gegenstände und Erinnerungen finden, könnt ihr gut und gerne noch einmal 5 Stunden drauf packen. Eine durchaus ansprechende Spielzeit, aber leider wurde diese arg gestreckt um diese Werte zu erreichen. So muss man teilweise die gleiche Aufgabe bis zu dreimal absolvieren um tatsächlich in der Geschichte weiter zu kommen, ohne Frage kann man dieses „Problem“ durchaus verkraften.

Ärgerlich ist dagegen die Eintönigkeit in Sachen Gameplay. Zwar hat man sich bemüht mit verschiedenen Mini-Spielen das ganze ein wenig aufzulockern, gelungen ist dies leider nicht. Im Grunde geht es darum von A nach B zu hüpfen, hier und da ein Pils als Trampolin zu nutzen und eine Vielzahl an Gegner zu eliminieren. Dies ist wirklich schade, da die Spielwelt viel mehr Möglichkeiten geboten hätte.

Die Steuerung lässt leider auch zu wünschen übrig. Gerade bei der ein oder anderen Sprung-Passage kommt sehr viel Frust auf, da die Steuerung zu ungenau ist und auch die Kamera nicht wirklich hilfreich ist. Kampfszenen kann man auf zwei Arten absolvieren. Entweder man schießt mit einer Pfeffermühle ein wenig aus der Distanz oder man geht mit einem Schlachtermesser auf Gegnerjagd. Es gibt übrigens ein Auto-Aim-Feature, aber auch auch hier gibt es Probleme, da die Gegner nicht schnell genug gewechselt werden. 
Mit einem einfachen Tastendruck kann Alice ausweichen, indem sie sich kurzzeitig in einen Schwarm blauer Schmetterlinge verwandelt, beeinflussen in welche Richtung sie ausweicht kann man nicht. Sollte es den Gegnern gelungen sein eure Energie nach unten zu bringen, stirbt Alice aber nicht. Sie verfällt in Hysterie und ist nicht nur unbesiegbar, sondern kann nun auch deutlich kräftiger austeilen!
Mit einer „Trink mich!“-Flasche zu Beginn des Spiels kann Alice sich per Knopfdruck, über den  gesamten Spielverlauf hinweg, schrumpfen lassen. An sich eine gute Sache, nur ist die Implementierung nicht besonders. So gibt es zwar Schlüssellöcher durch die Alice nur im Mini-Format hindurch passt, aber auf der anderen Seite angekommen wird sie wieder groß und das Thema ist auch erledigt. Mit dem Feature hätte man viel mehr machen können. Im späteren Spielverlauf kann Alice auch per Knopfdruck größer werden, aber auch hier gilt das gleiche.
Eine Sache sei noch hervorgehoben: Invisible-Walls! Man denkt, dass diese Gattung bereits seit Jahren am aussterben ist, einer anderer Ansicht scheinen die Entwickler  gewesen zu sein. In den letzten Jahren gab es kaum einen Titel, bei dem man öfters vor eine unsichtbare Wand läuft. Besonders paradox ist es bei Bäumen. Diese sind auf der Augenhöhe von Alice nur noch mit Wurzeln verbunden und optisch müsste man mit Alice in der Mini-Variante hindurch laufen können, aber...

Auch grafisch verschenkt der Titel sein enormes Potential! Was wäre hier mit bunten Farben und abgedrehten Designs möglich gewesen?! Was haben wir bekommen? Grafik die schon in den letzten Jahren nicht als Up to date hätte bezeichnet werden können. Details Fehlanzeige!
Generell hätte das Design konsequenter umgesetzt werden müssen. An manchen Stellen gibt es wirklich hübsche Abschnitte, andere dagegen wirken viel zu eintönig und langweilig. Gleiches gilt für die Gegnertypen, die auch in ihrer Anzahl deutlich höher hätte ausfallen müssen. Zumindest verschiedene Designs wären nicht verkehrt gewesen.
Ein Lob muss man den Zwischensequenzen im Scherenschnitt aussprechen. Diese sind schön integriert und gestaltet, und lassen einen noch tiefer in die Welt Wunderlands eintauchen.
Wer jetzt eine epochale musikalische Untermalung erwartet wird abermals enttäuscht. Zwar ist die Musik stimmig und passt zum Spiel, die soundeffekte dagegen sind nicht das gelbe vom Ei. Auch hier ist viel Potential auf der Strecke geblieben.

Da das Spiel von EA vertrieben wird sollte es nicht groß verwundern, dass ein Online-Pass beiliegt. Dennoch ist dies ein merkwürdiger Umstand, da es gar keinen Multiplayer-Modus gibt. Der Code hat dennoch eine Bedeutung, er dient nämlich als DLC für „American McGee‘s Alice“, also den ersten Teil. Eine nette Beigabe, wenn ihr mich fragt. Ob das Spiel allerdings etwas taugt kann ich nicht beurteilen, da unserer Promo-Version ein solcher Code nicht beilag. 
Separat kann man das Spiel für 800 M$ Points erwerben, allerdings benötigt man die Spiel-DVD von „Alice: Madness Returns“ um den ersten Teil zu spielen.

Fazit

Meinung von xw|ridestar

Elf Jahre hat es gedauert bis „American McGee‘s Alice“ endlich einen Nachfolger bekommen hat. Leider kann „Alice: Madness Returns“ nicht an die Klasse des Vorgängers anknüpfen. Zu viele Gründe sprechen gegen eine Top-Wertung für den Titel. Egal ob es das eintönige Gameplay ist, die teils frustrierende Steuerung oder doch die altbackene Grafik. All dies sind Sachen die eine gute Wertung verhindern, besonders ärgerlich weil man alles mit ein wenig Zeit hätte verbessern können. Es ist einfach schade wie viel Potential auf der Strecke liegen bleibt.
Dennoch muss man sagen, dass man durchaus einen Blick auf den Titel werfen kann, wenn man entweder ein Fan des Genres oder von Alice an sich ist. Die Interpretation ist interessant und man bereut es nicht den Titel durchgespielt zu haben, auch wenn es an manchen Stellen kein spielen sondern eher ein arbeiten gleich kommt...


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