Es ist immer erfreulich, wenn neue Spielideen kommen und Abwechslung bieten. Doch es ist halt nicht vorauszusehen, wie die Konsumenten darauf reagieren werden und ob das Produkt gut ankommt. Mit Child of Eden versucht Ubisoft einen abstrakten Sci-Fi-Shooter mit Kinect-Unterstützung auf dem Markt zu bringen, welcher für die Augen und Ohren neue Spielerlebnisse bieten. Es tönt zwar vielversprechend, doch ob die neue Spielidee auch aufgeht, lest ihr hier bei uns im Test.
Project Eden
Für die Dreamcast hat Spieldesigner Tetsuya Mizuguchi damals an einem Shooter-Spiel namens Rez gearbeitet. Rez basiert auf viel Action und die Hintergrundmusik spielt dabei eine grosse Rolle. Im Grunde soll das Spielen und die Musik als eine Einheit stärker zur Geltung kommen. Der interne Projekttitel von Rez hiess damals übrigens Project Eden. Wer also 1 und 1 zusammenzählen kann, wird auch hier merken, dass Child of Eden den gleichen Grundgedanken wie beim Dreamcast-Spiel wiederspiegelt. Das ganze Spiel ist sehr abstrakt und die Story futuristisch. Das Abstrakte hat den Vorteil, dass die Spieler gewisse Dinge selbst interpretieren können. Die Story lässt sich einfach ausgedrückt etwa so erklären: In einem Computernetzwerk geht ihr auf Virenjagd. Ihr müsst bereits befallene Objekte desinfizieren und sich frei bewegende Viren neutralisieren, um die Welt von Eden zu schützen.
Es ist bunt und speziell
Grafisch kann man Child of Eden nicht einfach in Worten beschreiben. Aufwändige 3D-Objekte und Texturen sind hier nicht so wichtig wie Inszenierung und Spielerlebnis. Doch das Spiel geizt nicht mit geometrischen Formen und bunte Farben. Verschiedene Abschnitte in Child of Eden unterscheiden sich aber dennoch sehr voneinander. So bewegt man sich zuerst durch einen dunklen und pulsierenden Tunnel, später fliegt man durch einen Raum, das wie das Weltall aussieht und frei schwebende Viren müssen aus dem Verkehr gezogen werden. Auch unter Wasser wird die Reise euch führen, wo ihr beispielsweise infizierte Meeresbewohner säubern müsst. Oder auch eine Welt voll mit Zahnräder werdet ihr besuchen und weitere Gebiete, die so abstrakt sind, dass wirklich jeder Spieler mit seiner individuellen Fantasie eine völlig einzigartige Welt wahrnimmt. Es mag vielleicht schwierig sein, sich das alles irgendwie vorstellen zu können, doch sieht am besten selbst ein paar Screenshots bei uns an.
Kinect oder doch lieber Controller?
Wie bereits erwähnt, handelt es sich bei Child of Eden um einen Shooter. Nebst dem Fadenkreuz werdet ihr von euch auf dem Bildschirm nichts sehen. Wie in einem Flugaction-Spiel hat man ein Zielerfassungssystem, bei dem bis zu acht Ziele anvisiert werden können, und eine Vulcan-Kanone. Mit Kinect steuert ihr das Spiel logischerweise mit der Handbewegung, dabei ist jede Waffe einer Hand zugewiesen. Ein gut kalibrierter Kinect-Sensor ist äusserst wichtig um das Spielerlebnis zu optimieren. Je nach dem für welche Waffe ihr euch entscheidet, muss man dazu nur die linke bzw. rechte Hand heben. Dabei muss darauf geachtet werden, dass nur eine Hand gehoben ist und die andere parallel zum Körper bleibt. Doch dies führt leicht zu Problemen, wenn ihr zwischen beiden Waffen hin und her wechselt. Denn unbewusst lässt man häufig die "inaktive Hand" auf Bauchhöhe hängen und unter Umständen kommt der Kinect-Sensor nicht damit klar und die Anvisierung läuft nicht mehr rund.
Doch zum Glück lässt sich Child of Eden auch mit dem Controller spielen. Die Steuerung ist hier deutlich präziser und ist für Highscore-Jäger die bessere Wahl. Eine hohe Punktzahl wird ausserdem benötigt um weitere Abschnitte im Spiel freizuschalten. Doch erwartet nicht zu viel vom Spiel, denn schon nach zwei bis drei Stunden hat man alle Abschnitte (es sind nur mickrige fünf) im Spiel freigeschaltet und kann nur noch auf Highscore-Jagd gehen.
Neues Spielerlebnis
Child of Eden fasziniert mit einer abstrakten Spielwelt, die voll mit geometrische Formen, bunte Partikel, grelle Strahlen und ab und zu mit Wesen aus der wirklichen Welt daherkommen. Obwohl die Grafik in Child of Eden recht simpel ist, sieht alles dennoch beindruckend aus. Vor allem wenn die Musik auf das Gameplay abgestimmt ist. Spielt man Child of Eden mit Kinect ist es so, als wenn eine Band oder ein Orchester darauf wartet nach euren Vorgaben Musik zu spielen. Alle Tracks wurden übrigens vom Designer Mizuguchis hauseigener Band namens "Genki Rockets" gespielt. Der Musikstil ist eine Mischung aus Techno, Electro und japanischer Pop. Das ist nicht jedermanns Sache aber es passt irgendwie recht gut zum Spiel.