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F.3.A.R.

 
Spielinfo



Entwickler:
Day 1 Studios
Publisher:
Warner Bros. Interactive
Platformen:
Genre:
Action-Adventure
Altersempfehlung:
Release Datum:
23.06.2011


Bewertung

Spielmodi: 8.8
Sound: 9.2
Grafik: 8.4
Atmosphäre: 8.2
Gameplay: 9.2
Gesamtwertung: 8.9

Argumente

TOP

Kampagne in Koop spielbar
Actionreiche Kämpfe
Gute KI der Armacham-Soldaten
Hoher Wiederspielwert
Kampagne mit Paxton Fettel spielbar
Ranking und Challenges
Sehr gute Soundkulisse
Abwechslungsreiche Multiplayermod


FLOP

Schlauchlevels
Keine Storyeinführung
Komplizierte Erzählweise
Mittelmässige Grafik
Verwaschene Texturen
Wenige Horror und Schockmomente
Kampagne in etwa 5h durch


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XBOX 360 | 15.07.2011 - 11:14:20


2005 kam F.E.A.R. für den PC in den Läden und das Spiel überzeugte mit viel Action und gruselige Schockeffekte. Die Entwickler von Monolith hatten mit F.E.A.R. sehr gute Arbeit geleistet und ein paar Jahre später kam auch die recht spannende Fortsetzung F.E.A.R. 2 Project Origin raus. Der dritte Teil wird hingegen nicht mehr von Monolith entwickelt, sondern das Day 1 Studio ist dafür zuständig. Sie durften bereits das erste F.E.A.R. für die Konsole portieren und ansonsten sind sie bekannt für das eher mittelmässige Spiel Fracture. Ob der Wechsel des Entwicklerstudios eine gute Wahl war, wollen wir euch in der Review erläutern.

Wie bitte?

Also die Handlung wird sehr schlecht erzählt und man hat schon zu Beginn Mühe den roten Faden zu finden. Wer F.E.A.R., die Add-ons und Project Origin nicht gespielt hat wird kaum Chance haben, die Story zu folgen. Entweder spielt man die Vorgänger-Spiele oder liest eine Zusammenfassung der Story aus dem Internet. Ihr übernehmt die Rolle von Point Man, der gerade im Knast sitzt. Wie er dahin gelandet ist, wird nicht erklärt, ebenso wenig was vorher passiert ist. Wer aber keine Lust hat, zusätzlich im Netz zu recherchieren, für den haben wir hier die wichtigsten Ereignisse parat. Der Wissenschaftler vom Armacham-Konzern hat eine 8-jährige Tochter namens Alma, die er für ein Experiment zur Verfügung gestellt hat, weil sie über telepathische Fähigkeiten besitzt. Aus ihren Genen wurden zwei Personen gezüchtet: Der Psychopath Paxton Fettel und der Soldat von der F.E.A.R.-Einheit namens Point Man. Beide sollen die Fähigkeit besitzen Armachams Privatarmee, die aus geklonten und seelenlosen Soldaten bestehen, mit ihren Gedanken zu kontrollieren.

Fettel ist in telepathischer Hinsicht begabter als seinen Bruder und Point Man entwickelt sich eher zum Soldaten-Typ mit besonderen Fähigkeiten. Die beiden schlagen schon bald ihre eigenen Wege und verfolgen individuelle Ziele. Bei einer Auseinandersetzung zwischen ihnen, richtet Point Man seinen Bruder Fettel mit einem Kopfschuss hin. Soviel zur Vorgeschichte in Kurzfassung. In F.3.A.R. sitzt Point Man im Gefängnis und wird von Armachams Wachen in die Mangel genommen. Plötzlich erscheint der Totgeglaubte Fettel in Form eines Geistes umgeben von böser Aura, dringt in einem fremden Körper des Wachen ein, nimmt Besitz von ihm und lässt ihn wortwörtlich platzen. Point Man wurde somit zur Flucht verholfen und schnappt sich daraufhin die erste Waffe und los geht's. Alma, die Mutter der beiden Brüder, ist hochschwanger und wird nächstens ein Kind gebären. Dies gilt zu verhindern. Warum, wollen wir euch nicht verraten, denn erstens würde es den Rahmen sprengen und zweitens solltet ihr das selbst erfahren. Wir wollen nicht spoilern.

Falls ihr aber immer noch nur Bahnhof versteht, macht es auch nichts. Denn die Jungs von Day 1 Studios haben es nämlich verbockt, eine gescheite Einführung zu bieten.

Neues Studio, neues Gameplay

Zwar spielt sich F.3.A.R. grösstenteils immer noch wie die Vorgänger aber Schock- und Gruseleffekte wurden deutlich gekürzt, dafür wurde mehr Wert auf die Schiessereien gelegt. Eingefleischte F.E.A.R.-Fans werden hier enttäuscht sein, denn es sind immerhin die Schockelemente und Horror, die es bei den Vorgängern ausgemacht haben... Die acht Abschnitte im Spiel sind grösstenteils düster, blutig und die Levels sind eng und tunnelartig, auch Schlauchlevels genannt, aufgebaut. Man läuft kaum durch offene Gebiete, sondern kämpft sich meistens durch Gebäuden, engen Strassen, auf einer Brücke usw. durch. Immerhin ist die bekannte Bullet-Time wieder dabei, die ihr mittels der Y-Taste aktivieren könnt. Mit X lädt man eine Waffe nach oder interagiert mit Schaltern bzw. öffnet damit eine Tür. Der linke Bumper wechselt zwischen der primäre und sekundäre Waffe. Wer natürlich in letzter Zeit viel Call of Duty gespielt hat, kämpft möglicherweise mit der etwas anderen Tastenbelegung. Doch man wird sich rasch daran gewöhnen. Ebenso wurden die Schutzwesten und Medipacks gestrichen. Wenn ihr getroffen werdet, läuft eure Bildschirm rot an und ihr müsst schleunigst in Deckung gehen, damit sich der Charakter regenerieren kann.

In Deckung!

Wie bereits erwähnt wurde in F.3.A.R. viel mehr Wert auf heftige Gefechte gelegt. So kämpft ihr nicht nur gegen die knallharten Soldaten der Armacham Corporation, sondern müsst im späteren Verlauf des Spiels auch noch mit den durchgeknallten Einwohner der Stadt und mutantenartige Hunde aufnehmen. Während die feindliche Soldaten in kleine Grüppchen unterwegs sind und sich taktisch und sehr klug verhalten, stürmen die Einwohner und Hunde in Massen auf euch los und suchen den bitteren Nahkampf. Ein paar von ihnen sind sogar mit fiesen Sprengstoffgürtel ausgestattet. Damit man eine Chance hat, müsst auch ihr so oft wie möglich Deckung suchen und in Kombination mit der Bullet-Time einen Gegner nach dem Andern wegknipsen. Egal ob neben einer Tür, hinter Kisten oder Barrikaden, man findet fast überall Schutz. Um in Deckung zu gehen, nähert man sich einem Objekt und das Spiel zeigt euch an, dass ihr mittels der B-Taste in Deckung gehen könnt. Habt ihr das gemacht, habt ihr sogar die Möglichkeit mit dem Stick nach links, rechts oder sogar oben durch anzulehnen um aus der Deckung den Feind unter Beschuss zu nehmen. Da haben sich die Entwickler wirklich Gedanken darüber gemacht und auch sehr gut umgesetzt.

Hoher Wiederspielwert

Spielt man F.3.A.R. alleine, übernehmt ihr im ersten Durchgang die Rolle von Point Man. Nach jedem Interwall, so die FEAR-typischen Bezeichnung von Abschnitten, schaltet ihr für den soeben abgeschlossenen Abschnitt Paxton Fettel frei. Dieser spielt sich komplett anders. Fettel kann mittels Telepathie und Geisteskraft seine Gegner verletzen und sogar Besitz von ihnen nehmen. So schlüpft man kurzer Hand in den Körper eines Armacham-Soldaten und schiesst mit seinen Waffen seine Teamkollegen nieder. Wenn der Wirt stirbt, nehmt ihr wieder eure "normale" Gestalt an und sucht nach einer Gewisse Zeit ein neues Opfer. Auch lässt sich die Kampagne vollständig als Koop spielen, wobei hier der eine Spieler Point Man und der andere Fettel ist. Ein Koop-Spiel kann man hosten, beitreten und das sowohl über Systemlink als auch über Xbox Live, auch lokal im Splitscreen lässt sich F.3.A.R. zu zweit spielen. Probleme gibt es manchmal im Koop über Internet. So sieht man den Partner irgendwo festhängen, der aber in Wirklichkeit normal weiterspielt. Die Synchronisierung zwischen den Spielern scheint also noch nicht optimal zu funktionieren. Auch nach dem Abschluss eines Interwalls behält man die aktuellen Waffen nicht, sondern startet den neuen Abschnitt mit minderwertiger Ausrüstung. So schliesst man beispielsweise mit Point Man einen Abschnitt mit Sniper- und Lasergewehr ab und dann hat man plötzlich nur eine Pistole... Wo ist da die Logik?

Challenge completed

Während der Kampagne gibt es eine Reihe von Herausforderungen, die ihr meistern müsst, um im Rang aufsteigen zu können. Diese bringen euch selbstverständlich gewisse Vorteile im Spiel. So könnt ihr beispielsweise 20% mehr Ausdauer und Leben haben, doppelt so viele Munition für jede Waffe tragen, die Dauer von Bullet-Time verlängern usw. Ein paar der Herausforderungen sind recht einfach, wie 300 Sekunden hinter einer Deckung verbringen oder eine gewisse Anzahl Kills mit einer bestimmten Waffen machen. Dann gibt es aber auch welche die schwieriger sind, vor allem bei höheren Schwierigkeitsstufen. So muss man zum Beispiel 100 Gegner nacheinander töten ohne selbst draufzugehen oder mit einem Scharfschützengewehr 20 Headshots machen. Nach jedem Interwall wird der Fortschritt einer Herausforderung zurückgesetzt, jedoch bleiben die bereits verdienten Punkte erhalten. So können einfache Herausforderungen immer wieder gemeistert werden. Der Rang und die bereits freigeschalteten Fähigkeiten bleiben auch nach Abschluss der Kampagne erhalten, sodass bei mehrmaligem Spielen der Charakter verbessert wird.

Grafisch naja, Sound 1A

F.3.A.R. bekommt in Sachen Grafik bestimmt keinen Orden, denn dafür sind zu viele Sachen nicht mehr up-to-date. So sind die Texturen allgemein ziemlich unscharf und verschwommen. Zum Teil überlappen sich die Texturen zweier Objekte und es flimmert die ganze Zeit. Den Gegner fehlt es häufig an Details und teilweise bleibt man an Objekten hängen und kommt nur mit Mühe raus. Ebenso kann man nicht durch Fenster, Gitter und Geländer schiessen. In einer anderen Situation stehen wir auf einem Container und werden ständig angeschossen, können den Feind aber nirgends sehen. Es stellt sich heraus, dass er sich irgendwo unten beim Container am Rand verfangen hat und uns aus unerklärlichen Gründen ins Visier genommen hat. Da hat die Kollisionsabfrage der Engine aber deutlich versagt. Dennoch gibt es Stellen im Spiel, wo die Licht- und Schatteneffekte ziemlich gute Arbeit geleistet hat und es recht beeindruckend aussieht.

Was F.3.A.R. grafisch verbockt hat, kann dafür der Sound in jederlei Hinsicht überzeugen. Effektvolle Hintergrundmusik, verzweifelte Schreie von Gegner, wenn sie angeschossen wurden, überzeugende Waffenklänge und zischende Gasleitungen um euch einen Schrecken einzujagen sind nur einzelne Beispiele der hervorragende Soundkulisse. Auch die englische Sprachausgabe kann überzeugen. Also soundtechnisch haben die Leute von Day 1 Studios wirklich gute Arbeit geleistet.

Multiplayer

F.3.A.R. bietet euch eine Reihe von Multiplaymodi an, die alle wirklich sehr viel Spass machen. So gilt es in einem Modus Wellen von Feinden die Stirn zu bieten und am Leben zu bleiben bis die nächste Angriffswelle naht. Damit ihr nicht überrannt werdet, hat man die Möglichkeit Barrikaden zu errichten. Das verschafft euch ein bisschen Zeit und könnt die Gegner aus relativ sicheren Entfernung mit euren Schusswaffen durchlöchern. Oder im Modus namens "F**king Run" rennt ihr als Mitglieder der F.E.A.R.-Einheit um eure Leben. Das Böse ist euch dicht auf den Fersen und ihr müsst von einer Checkpoint zur nächsten rennen und gleichzeitig noch alle Armacham-Soldaten töten, die euch in den Weg stellen. Dann gibt es noch einen Modus, bei dem ihr Seelen sammeln müsst, in dem ihr KI-Gegner tötet. Als Geist nehmt ihr Besitz von ihnen und tötet die anderen. Wer aber stirbt, verliert 50% seiner gesammelten Seelen. Wenn die vorgegebene Zeit vorbei ist, gewinnt derjenige mit am meisten Punkten.

Fazit

Meinung von xw|Swiss Reddi

F.3.A.R. hat Mängel, vor allem in Sachen Grafik. Ausserdem ist das Spiel nicht ansatzweise gruselig wie die Vorgänger von Monolith, dafür sind die Kämpfe intensiv und fordernd. Der hoher Wiederspielwert, die Herausforderungen und der coole Multiplayer ist das grosse Plus des Spiels und sorgen für langanhaltender Spielspass. Wer nicht viel Wert auf guter Grafik legt, heftige Schiessereien sucht, gerne Koop spielt und nur wenig Grusel verkraften kann, wird mit F.3.A.R. sicher viel Spass haben.

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