HOME NEWS REVIEWS SPIELE FORUM GALERIE VIDEOS INTERN ONLINESHOP BENUTZERCENTER

Le Tour de France

 
Spielinfo




Bewertung

Spielmodi: 4.0
Sound: 6.0
Grafik: 6.5
Atmosphäre:
Gameplay: 6.0
Gesamtwertung: 5.5

Argumente

TOP

-verbesserte Grafik
-viele Teams/Fahrer mit original Namen

-neu Orientierung des Gameplays...


FLOP

-... die leider nach hinten losgeht
-Gameplay ist eintönig
-geringer Umfang
-kein Multiplayer


Werbung

XBOX 360 | 23.07.2011 - 17:10:52


Vor knapp zwei Jahren hat uns das Entwickler-Team von den Cyanide Studios bereits mit einem „Tour de France“-Titel für die Konsole „beglückt“. Damals noch als XBOX Live Arcade-Titel konnte das Spiel zwar nicht mit enormen Umfang oder Gameplay-Tiefe überzeugen, aber dennoch war das Spiel, auch aufgrund des geringen Preises, ein Blick wert.
Gut zwei Jahre später bringt das selbe Entwicklerteam mit „Le Tour de France“ quasi eine 2011er-Version auf den Markt. Allerdings mit einem kleinen aber feinen Unterschied: Das Spiel kommt als Vollpreistitel in den Handel. Das Arcade-Spiel war/ist für 800 M$ Points (ungefähr 10€) auf dem XBOX Live Marktplatz erhältlich, die aktuelle Ausgabe kostet dagegen 60€ (bzw. ist im Internet ab ca. 45€ zu haben). Stellt sich die Frage, ob der Preisanstieg gerechtfertigt ist und der Titel dem entsprechend mehr Qualität, Umfang und einfach klasse bieten kann? Diese Frage beantworten wir euch in unserem Test!

Ich muss zugeben, dass ich ein großer Fan des Radsports war. Die Duelle bei der Tour de France zwischen Jan Ulrich und Lance Armstrong haben mich damals an den Bildschirm gefesselt. Wie viele andere Leute haben auch mich die Doping-Enthüllung ein wenig Abstand vom Radsport nehmen lassen, so das ich das Geschehen nur noch beiläufig verfolge. „Damals“ habe ich auch regelmäßig den „Radsport Manager“ (Cycling Manager), in den jeweiligen Jahresausführungen am PC gespielt, aber irgendwann ging das Interesse verloren, weil es nicht wirklich voran ging. Deswegen hatte ich mich besonders auf den Arcade-Ableger der Reihe gefreut. Vermutlich gerade deswegen wurde ich auch so bitter enttäuscht, da mit einfach viele Funktionen, die mir noch aus der PC-Version ein Begriff waren, gefehlt haben. Auch der Umfang, der sich nur auf die Tour de France beschränkte und auch das Fehlen des Managerteils des Spiels war schon bitter.
Zwei Jahre sind seitdem vergangen und mit voller Erwartung blickte ich auf die Ankündigung von den Cyanide Studios, dass sie mit „Le Tour de France“ einen Retail-Titel veröffentlichen. In meiner Wahrnehmung ist der Vergleich Retail- zu Arcade-Spielen: höhere Preis -> mehr Umfang -> mehr Qualität. Aber es sollte doch wieder anders kommen...

Dien Enttäuschung beginnt bereits bei den Spielmodi. Wie der Name schon vermuten lässt kann man nur die Tour de France fahren. Entweder im ganzen oder eine der 21 Etappen auswählen und diese separat absolvieren. Hat man sich für eine Methode entschieden, kann man sich ein Rennstall aussuchen. So ziemlich alle Teams sind im Spiel vertreten, leider nicht alle mit den richtigen Namen. Allerdings hat man die Namen so minimal verändert, dass man immer noch genau erkennen kann, wer sich dahinter verstecken soll. So wurde z.B. aus dem Team Garmin ein Team Gamin und aus dem bekannten Brüderduo Schleck wurde einfach mal Schlock. Solche Änderungen sind durchaus zu verkraften. Nach eurer Entscheidung für ein Team müsst ihr euch einen Fahrer aus dem selbigen aussuchen. Und schon ganz es los gehen zum Rennen! Wer jetzt weitere Einstellungsmöglichkeiten sucht, wie z.B. verschiedene Ausrüstungsgegenständen (Helme, Reifen oder gar Fahrräder) wird enttäuscht.

Nach einer durchaus als lang zu betrachtenden Ladezeit kann man ins Renngeschehen eingreifen. Es fällt direkt auf, dass die Entwickler dem Spiel eine neue Richtung mitgeben wollten. Konnte man zuvor (und auch in der PC-Version) das gesamte Team befehligen, sprich Kommandos erteilen (wie Führungsarbeit übernehmen, Angriff starten, zurückfallen lassen,...), dreht es sich nun überwiegend um den von euch zuvor gewählten Fahrrad. Ihr seid nun nicht mehr in der Lage die Fahrer eurer Mannschaft durchzuschalten, sondern könnt nur noch via Headset mit dem Teamwagen oder euren Teamkollegen kommunizieren. Hierbei könnt ihr z.B. genaue Abstände zu Ausreißergruppen erfahren oder den Zustand eurer Teamkameraden in Erfahrung bringen. Ein weiteres Indiz für die neue Ausrichtung ist, dass ihr nun auch euren Fahrer auf der Strecke nach links oder rechts steuern könnt. Dies ist dazu gedacht um Lücken im Hauptfeld zu finden und daraus Angriffe einzuleiten. Es ist zwar eine nette Idee, dennoch ist sie nicht konsequent umgesetzt. So fährt euer Rad nach wie vor wie auf Schienen und ihr könnt somit auch alle Rennen bestehen ohne auch nur einmal manuell die Richtung gewechselt zu haben. Dieses Feature wurde auch eingebaut um Zuschauern auszuweichen. Ja, ihr habt richtig gehört! Gerade bei den Bergetappen kommen euch die Zuschauer sehr nahe und so kann es durchaus passieren, dass ihr zweimal oder gar häufiger von einem solchen vom Fahrrad „geschmissen“ werdet. Natürlich ist dies mit einem enormen Zeitverlust verbunden und ihr könnt euch den Sieg von der Backe putzen. Ein neu eingeführter Risiko-Anzeigebalken macht euch auf solche Gefahren aufmerksam. Ob es realistisch ist so häufig in einem Rennen zu stürzen sei mal dahin gestellt...
Die restliche Steuerung beruht weniger auf Button-Smashing, sondern auf Ausrichten der Leistungsanzeige. Man muss wieder angeben mit wie viel %-Leistung euer Fahrer unterwegs sein soll, damit man zum einen immer vorne dabei ist und dennoch das Rennen bis zum Ende bestehen kann. Und gerade hier liegt ein weiteres Problem: Es ist auf Dauer einfach zu eintönig und es ist schlicht langweilig. Da man sich nur noch um einen Fahrer kümmern muss geht bleibt ein großer Teil Abwechslung auf der Strecke. Auch fehlt die Möglichkeit die Zeit zu beschleunigen, da gerade bei Flachetappen, für Fahrer die auf die Gesamtwertung aus sind, nichts wirklich spannendes gibt. Diese fahren einfach im Hauptfeld mit, ohne auf Angriffe reagieren zu müssen, natürlich blöd wenn man 15 Minuten einem so drögen Rennen zugucken muss.
Um mit der „neuen“ Steuerung zurecht zu kommen, haben die Entwickler ein Tutorial eingebaut. Leider handelt es sich hierbei nur um einige Bilder, die mit Markierungen versehen wurden. Ein interaktives Tutorial sollte heutzutage schon drin sein, oder?

Grafisch hat der Titel sowohl Sonnen-, wie auch Schattenseiten zu bieten. Zum einen kann man über das Grundgerüst nicht groß meckern. Im Vergleich zur Arcade-Variante ist es ein deutlicher Schritt nach vorne. Sowohl die Umgebung wie auch die Fahrradfahrer und derenBewegungen sehen ordentlich aus. Aber nichts desto trotz gibt es einige Schwachpunkte. So sehen alle Fahrer, von ihren Trikots mal abgesehen völlig gleich aus, okay es gibt welche mit und ohne Sonnenbrille, aber einen großen Unterschied macht dies auch nicht. Die Fahrräder sind natürlich auch bei allen baugleich und unterscheiden sich nicht im geringsten. Weiter muss man als negative Aspekte einen Effekt der das Bild verschwommen erscheinen lässt. Dies ist in Rennspielen bei hohen Geschwindigkeiten gang und gäbe, hier wurde es mit dem Effekt aber deutlich übertrieben. Ebenfalls kommt es an einigen Stellen des Spiels zu Rucklern, die nicht ganz nachvollziehbar sind.
In Sachen Sound wird nichts Welt bewegendes geboten. Die Soundeffekte sind solide und auch der Kommentator kann sich hören lassen, ist zwar an der ein oder anderen Stelle etwas nervig, aber dies ist man ja gewöhnt. Groß beklagen kann man sich also nicht, aber wie gesagt, Grund zum Jubeln gibt es auch nicht.

Wie schon oben erwähnt, gibt es nur zwei Spielmodi. Einen Online-Modus sucht man vergebens. Auch ein Multiplayer-Modus an einer Konsole ist nicht vorhanden.

Fazit

Meinung von xw|ridestar

Wieder einmal hat mich ein Spiel enttäusch. Ich weiss nicht ob meine Erwartungshaltung einfach zu hoch ist oder ob doch die Spiele selbst aufgrund mangelnder Qualität dadran Schuld sind. Ich befürchte es ist allerdings letzteres. Die Entwickler haben hier einen Titel abgeliefert der zu viele Baustellen aufweist. Angefangen beim minimalen Umfang, der für einen Vollpreistitel eine Frechheit ist. Nur die Tour de France mit ihren 21 Etappen ist einfach viel zu wenig.  Die spielerische Neuorientierung vom Manager zum Fahrer ist auch mehr schlecht als recht umgesetzt. Die Rennen sind eintöniger und schlicht abwechslungsarm. Zwar ist die grafisch als kleines Highlight anzusehen, hat aber leider auch einige Mängel zu bieten.
Unterm Strich hätte „Le Tour de France“ ein gutes Spiel werden können. Potential ist allemal da, gerade wenn man die PC-Variante in Betracht zieht. In der jetzigen Form könnte man es als Arcade-Spiel verkaufen, aber als Vollpreistitel ist es ein absoluter Reinfall.
Bleibt nur eines zu sagen: Finger weg!


Teilen