HOME NEWS REVIEWS SPIELE FORUM GALERIE VIDEOS INTERN ONLINESHOP BENUTZERCENTER

Call of Juarez: The Cartel

 
Spielinfo



Entwickler:
Ubisoft
Publisher:
Ubisoft
Platformen:
Genre:
Action-Adventure
Altersempfehlung:
Release Datum:
21.07.2011


Bewertung

Spielmodi: 5.5
Sound: 5.0
Grafik: 6.0
Atmosphäre: 7.0
Gameplay: 6.0
Gesamtwertung: 6.0

Argumente

TOP

-ordentlicher Online-Modus
-drei Spieler KoOp

-drei Charaktere mit samt unterschiedlicher Story wählbar...


FLOP

-... die sich aber kaum unterscheiden
-wenig Abwechslung
-KI ist nicht gerade die beste
-Nebenmissionen sind unnötig
-Animationen und Grafik sind bescheiden


Werbung

XBOX 360 | 27.07.2011 - 11:01:17


„Call of Juarez: The Cartel“ oder wie die Übersetzung richtig heißen sollte „Wie man ein erfolgreiches Franchise gegen die Wand fährt“!
Der dritte Teil der „Call of Juarez“-Reihe kann auf durchaus erfolgreiche Vorgänger zurück blicken, ein absolutes Highlight war ohne Frage der zweite Teil („Call of Juarez: Bound in Blood“). Nicht nur die Story, auch das Gameplay und sogar der Multiplayer konnten überzeugen. Vor allem machte das Setting die Reihe interessant. Als Cowboy durch Mexiko zu reisen um dort einen Rachefeldzug durchzuführen mag zwar nicht besonders Einfallsreich sein, aber so hatte man endlich einen gelungenen Western zum selber spielen. Deswegen wurde die Entscheidung von UbiSoft, dem Franchise neues Leben einzuhauchen indem man die Zeit nach vorne dreht, nicht wirklich nachvollzogen.
Ein Neuanfang bringt meistens vieles gutes mit sich, aber ist es auch hier der Fall? Wir klären diese Frage in unserem Test!

Wie schon gesagt, hat man sich von der Zeit des Wilden Westens abgewandt. Techland hievt das „Call of Juarez: Franchise“ in die aktuelle Zeit und bringt uns Schauplätze wie Los Angeles oder Juarez an der mexikanischen Grenze. Soweit so gut, könnte man glauben. Aber schnell wird klar, dass die Modernisierung alles andere als gelungen ist.
Bereits bei der Story wird dies deutlich. So geht in den 15 Kapitel darum, ein Drogenkartell auszulöschen. Damit dies gelingt hat die Polizei eine Spezialeinheit gegründet. Diese besteht klischeehaft aus einem rauen LAPD-Cop, der bereits vom Krieg gezeichnet ist, einem Möchtegern-Gangster von der DEA (Drogenfahndung) und einer jungen Dame, die einen kometenhaften Aufstieg beim FBI hinter sich hat und aus einem Ghetto von L.A. stammt. Nun macht sich diese „Spezialeinheit“ auf das Drogenkartell zu zerschlagen. Die nun folgenden Missionen sind leider allesamt vom selben Strickmuster. Eigentlich geht es nur darum möglichst viele Gegner umzulegen, zwar muss man hier und da noch andere kleine Dinge erledigen, dennoch ist die Story viel zu eintönig. Abwechslung wollte man mit kleinen Autosequenzen, bei denen der Spieler selbst das Steuer übernehmen muss, einbauen. Gescheitert ist dieses vorhaben aber an der schwachen Steuerung. Ebenfalls ist das Spiel extrem linear, man kann sich zwar frei auf der Karte bewegen, aber entfernt man sich zu weit von seinem Missionsziel bekommt man eine entsprechende Meldung und muss vom letzten Checkpoint erneut starten.
Positiv kann man erwähnen, dass man alle drei Charaktere steuern kann. Diese haben unterschiedliche Fähigkeiten und bieten andere Nebenmissionen. Allerdings wurden auch die Nebenmissionen nicht konsequent umgesetzt und unterscheiden sich so gut wie gar nicht. Meistens geht es darum irgendwelche Gegenstände bei Missionen mitgehen zu lassen.
Zu Beginn jeder Missionen befindet man sich wahlweise in einem kleinen Hof und steht am Auto oder man befindet sich in einem Zimmer. Hier kann man zum einen die Waffen für die kommende Missionen wählen, aber auch entscheiden ob man Online spielen möchte, es ist quasi eine Lobby. Man kann nämlich mit insgesamt drei Spielern Online-KoOp spielen.
Insgesamt muss man zu der Story sagen, dass sie einfach zu dünn gestrickt ist. Wenig Hintergrund, wenig interessantes und spannendes. Einfach eine 0815-Geschichte, die man so zu Hauf bereits gesehen hat. Die Länge der Story ist zwar mit 15 Missionen und ungefähr 8 Stunden Spielzeit recht ordentlich, dennoch bleibt die Geschichte im ganzen ein Trauerspiel.

Gleiches setzt sich auch in Sachen Gameplay fort. Die Steuerung ist dermaßen ungenau, dass man Probleme hat überhaupt einen Gegner richtig anzuvisieren. Aber zum Glück sind diese auch auf allen Schwierigkeitsstufen nicht allzu intelligent und schreien geradezu danach abgeballert zu werden. Ein Feature aus den Vorgängern hat man übernommen: Zeitlupen-Aiming. Nur leider ist auch hier die Umsetzung bescheiden. Konnte man „damals“ dieses Feature als Ziel-Hilfe bezeichnen, da nun die Treffergenauigkeit deutlich gestiegen ist, ist heutzutage nur noch die Zeitlupe an sich übrig geblieben. Es ist zwar eine kleine Hilfe, dennoch hat man auch an dieser Stelle viel Potential auf der Strecke liegen gelassen.
Die KI eurer Mitstreiter ist auch nicht das gelbe vom Ei. Man braucht sich nicht wundern, wen eure beiden Weggefährten, einfach an einer Ecke hängen bleiben. Dann müsst ihr euch auf die Suche begeben und ihnen „zeigen“ wo ihr seit, damit sie wieder mitkommen. Solche Technische Fehler sind leider keine Mangel Ware. Mein absolutes Highlight war eine Verfolgungsjagd, bei der auf einmal der verfolgte verschwunden ist. Er hat sich nicht nur Sprichwörtlich in Luft aufgelöst, er tat es tatsächlich. Besonders ärgerlich hierbei, dass man auf der Karte keine Stelle angezeigt bekommt, wo man hingehen soll. Die eigenen Kollegen helfen auch nicht wenn sie sagen „Da vorne ist er! Ihm nach“. Bleibt dem Spieler nur noch eines: Vom letzten Checkpoint laden. Dieser liegt natürlich wieder einmal deutlich weiter zurück, da das Spiel quasi vor jeder größeren Schießerei speichert, währenddessen sind die Speicherstände nur recht mager gesät. Es ist wirklich ärgerlich, da solche Fehler keine Seltenheit sind, an manchen Stellen wird einfach das folgende Skript nicht aktiviert, dies hat zur folge, dass keine Gegner da sind oder ihr einfach an der Stelle nicht weiter kommen könnt.
Weiter kann man auch nicht behaupten, dass die Schwierigkeitsgrad hoch angesetzt ist. Selbst auf den höchsten Stufen kann man nahezu problemlos alle Gegner ausschalten, ohne selbst einmal ins Jenseits befördert zu werden...

Grafische Highlights sind leider auch Fehlanzeige. Zwar nutzt man nun die Chrome Engine 5, statt wie beim Vorgänger die vierte, aber dennoch sieht das ganze kaum besser aus. Mag auch an dem Eintönigen Leveldesign liegen. Da der Großteil des Spiels in Los Angeles stattfindet, ist es besonders ärgerlich, dass nahezu jeder Fleck dem vorherigen ähnelt. Die Animationen der Figuren sehen auch alles andere als gelungen aus. Ansonsten hat die Grafik keine wirklichen Highlights zu bieten. Dazu kommen noch Grafikfehler wie Ruckler, extremes Tearing und sogar Clippingfehler. Es ist keine Seltenheit, dass Gegner einfach durch einen anderen laufen. Fraglich ist auch was die Entwickler sich bei der Schriftart gedacht haben. Diese erinnert eher an die 80er und sollte vermutlich atmosphärisch wirken, um es kurz zu machen: tut es nicht! Genauso die Wegpunkte die tatsächlich weiße Punkte in einer bescheidenen Auflösung sind, wirken eher als Fremdkörper im Spielgeschehen.
Die Soundeffekte kann man vielleicht noch als ordentlich durch winken. Die Synchronisation ist dagegen eine Katastrophe. Die englische Snychro ist noch gerade so akzeptabel, aber die deutsche passt einfach überhaupt nicht. Lustlos und unpassend sind die Stimmen, es ist fast ein graus ihnen zu zu hören. Das man immer und immer wieder die gleichen Sätze hört, tut ihr übriges.

Einen Online-Modus für bis zu 12 Spieler kann der Titel bieten. Dieser ist an sic hauch ganz ordentlich gelungen und bietet wenig Raum für Kritik. Nur muss man auch sagen, dass das schwache Gameplay auch im Multiplayer Anklang findet und deswegen sollte man es sich zweimal überlegen, ob man sich langfristig mit dem Multiplayer-Part beschäftigen will...

Fazit

Meinung von xw|ridestar

Was haben sich UbiSoft und Techland hierbei gedacht??? Es ergibt einfach keinen Sinn! Warum hat man die „Call of Juarez“-Reihe vom Wilden Westen in die aktuelle Zeit befördert? Vor allem was hat der dritte Teil mit den Vorgängern gemein? Ausser dem Namen, die abgespeckte Zeitlupenfunktion und vielleicht McCall, der ab und zu mal einen Cowboy-Hut aufhat, erinnert nichts an die Vorgänger. Ach man kann auch in jeder Waffe eine Pistole halten wie im Vorgänger , wobei es hier viel weniger Sinn macht, da man hierbei so gut wie gar nicht mehr zielen kann. Somit könnte man sagen, dass es sich um ein komplett neues Spiel handelt, aber dann muss man sich die Frage stellen, warum Techland es dermaßen verbockt hat. Die Story ist schwach, das Gameplay bescheiden und auch die Grafik kann nicht überzeugen. Hinzu kommen noch viele Fehler, die einen evtl. aufkommenden Spielspaß direkt wieder verdrängen.
Einzig der Online-Modus ist ganz spaßig, ob dieser aber auf Dauer an den Bildschirm fesseln wird steht in den Sternen und hängt vor allem auch davon ab, wie viele Spieler Online anzutreffen sein werden.
So bleibt das Fazit, dass Techland das „Call of Juarez“-Franchise mit „The Cartel“ ziemlich in den Sand gesetzt hat. Uns bleibt nur noch zu hoffen, dass „Dead Island“ nicht ebenfalls ein total überflüssiger Shooter wird. Für Fans von „Call of Juarez“ sei gesagt: Lasst die Finger weg! Ihr zerstört euch nur die guten Erinnerungen an den Wilden Westen. Alle anderen, die einen Shooter für zwischendurch suchen, dürfen einen kleinen Blick riskieren, wobei man deutlich bessere Titel auf dem Markt finden wird.


Teilen