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Madden NFL 12

 
Spielinfo



Entwickler:
Electronic Arts
Publisher:
Electronic Arts
Platformen:
Genre:
Sportspiel
Altersempfehlung:
Release Datum:
01.09.2011


Bewertung

Spielmodi: 8.0
Sound: 8.0
Grafik: 9.0
Atmosphäre: 8.5
Gameplay: 8.5
Gesamtwertung: 8.5

Argumente

TOP

-klasse Grafik
-realistische Präsentation
-neue Kollisions-Abfrage


FLOP

-schlechtere Kick Mechanik
-schwachen Kommentar
-ungewöhnlich viele Fehler
-Spielmodi bieten kaum Neuigkeiten


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XBOX 360 | 10.09.2011 - 16:55:34


Es ist wieder an der Zeit für die alljährliche EA Sports-Dosis! Nehmen wir einmal das 12er Tiger Woods Gold-Spiel heraus, geht es mit „Madden NFL 12“ erst richtig los. „FIFA 12“ und „NHL 12“ folgen wenig später. Eigentlich reiht sich immer noch ein „NBA“-Titel in die Aufzählung ein, aber nachdem man im vergangenem Jahr die Reihe einer Kernsanierung unterziehen wollte und damit kläglich gescheitert ist, wurde im letzten Jahr kein NBA-Spiel veröffentlicht und auch gleiches gilt für dieses Jahr. Ungefähr zwei Monate bevor „Madden NFL“ in den Handel kommt, kann man in den USA bereits zur College-Variante „NCAA Football“ greifen. Diese Spiel konnte bereits klasse Wertungen einfahren und konnte durch viele Neuerungen überzeugen. Gameplay-Verbesserungen haben das Spiel realistischer gemacht und vor allem die Präsentation wurde grundlegend überarbeitet. Das Ergebnis ist enorm: Jedes Match wird wie eine Live-TV-Übertragung präsentiert, der Lizenz von ESPN sei dank. Aber was hat all dies mit „Madden NFL 12“ zu tun? Ganz einfach: „NCAA Football“ bietet einen guten Ausblick, was man vom „Madden NFL“ erwarten darf. So beruht die Technik zwar häufig auf den Vorgängern, aber die Verbesserungen, finden man nahezu immer auch im „großen Bruder“ wieder, nur noch besser umgesetzt.
Im letzten Jahr konnten die Entwickler mit neuen Features und Verbesserungen überzeugen! Gelingt es erneut in diesem Jahr? Oder ist „NCAA Football 12“ das bessere Football Game? Ihr erfahrt es in unserem Test!

Zu beginn seien noch zwei Dinge gesagt. Nachdem im letzten Jahr „Madden NFL 11“ nicht in Deutschland erschienen ist, hat man die Proteste der deutschen Gamer erhört und der diesjährige Teil ist auch wieder in Deutschland verfügbar.
Auf dem Cover ist in diesem Jahr Peyton Hillis zu finden. Peyton Hillis? Ja, Peyton Hillis! Ich muss zu meiner Schande gestehen, dass ich den Namen vorher nicht kannte und das obwohl ich eigentlich in Sachen NFL auf dem aktuellen Stand bin und im letzten Jahr bestimmt 30 Matches gesehen haben. Dennoch ist Peyton Hillis ein wenig untergegangen, vermutlich ist hieran auch sein Team die Clevland Browns schuld. Schließlich zählen diese zu den grauen Mäusen der Liga und konnten zuletzt 2002 die Playoffs erreichen und in den darauf folgenden Jahren waren Losing-Seasons (mehr Niederlagen als Siege), bis auf eine Ausnahme, an der Tagesordnung. Aber wieder zurück zu Peyton Hillis. Er wurde 2008 in Runde 7 an Stelle 227 im NFL-Draft von den Denver Broncos gedrafted. Zwei Jahre verbrachte er in Denver, bis er im vergangenem Jahr zu den Browns wechselte. Dort konnte der 25 jährige Runningback seine beste Saisonleistung, mit 1177 Rushing Yards, 11 Rushing Tuchdowns, 477 Receiving Yards und 2 Receiving TDs, abrufen. 
Übrigens wurde er nicht von den Herrschaften bei EA für das Cover ausgesucht, sondern durch ein Publikums-Vote hat er sich Runde für Runde gegen Spieler wie Matt Ryan oder gar SuperBowl-MVP Aaron Rodgers durchgesetzt. Das Finale gewann er mit 66% gegen Michael Vick. Und Vick hat gerade einen neuen Vertrag unterschrieben, bei dem in sechs Jahren 100 Millionen USD möglich sind. Er ist also kein schlechter...

Aber jetzt wurde genug um den heißen Brei geredet, nun zum Spiel:
Viele Änderungen wurden versprochen, wirklich ins Auge springen nur wenige. Die bekannten Spielmodi wie „Madden Moments“, „Superstar“ und „Franchise“ sind natürlich wieder mit von der Partie. Leider sind die Veränderungen sehr marginal ausgefallen. So gibt es in dem Superstar-Modus nun ein neues Fortschrittssystem, welches euch ermöglicht den eigenen Spielern „aufzuleveln“. Ein langerwartetes Feature, welches dem Modus auch mehr tiefe verleiht. Aber leider bleibt das drumherum beim alten. So das man sich durch langweilige Menüs klickt und eigentlich kaum etwas neben den Matches an sich zu tun bekommt.
Auch im Franchise-Modus gibt es Neuerungen. So wurde das Rookie-Scouting verbessert, so das man nun auch während der Saison zukünftige Prospects unter die Lupe nehmen kann. Man kann mit einem erweiterten Kader in die Pre-Season gehen und danach entscheiden, welche Spieler tatsächlich zum eigenen Kader gehören sollen. Eine weitere große Veränderung ist der „Bidding War“ während der Free Agents-Phase. Hat man in den Vorgängern ein Gebot abgegeben und gewartet, ob der Spieler das eigene annimmt oder eben nicht. Kann man nun direkt sehen, welche Angebote die Konkurrenz hat und somit in Echtzeit mit dem Spieler verhandeln. Aber leider war es dann auch schon mit den „großen“ Neuerungen im Franchise-Modus.

In Sachen Gameplay gibt es ein paar Neuigkeiten zu verkünden. So wurde eine komplett neue Kollisionsabfrage eingeführt. Dies macht das Spiel deutlich realistischer, da Blocks und Hits nun viel natürlicher sind. Hat man in den Vorgängern immer die gleichen Tacklings gesehen und man wusste bereits was passiert, wenn der Verteidiger den eigenen Spieler aus einem bestimmten Winkel anvisiert, kann man nun keine Vorhersage anstellen. Wie in Wirklichkeit gibt es viele an Variationen, in denen eine Situation enden kann. Dieses neue Feature hat auch zum Vorteil, dass das Running Game deutlich näher an die Realität kommt. Auch ohne Spin-Moves, Stiff-Arms usw. können Running Backs nun ein paar Yards z.B. aufgrund ihrer Körperlichen Überlegenheit oder Schnelligkeit gut machen. Ein Nachteil hat das neue Gameplay-Feature allerdings, es gibt sehr viele „Harte Hits“. Auch einige in Richtung des Helmes des Angreifers. Solche Tacklings werden in der NFL hart bestraft, da man sich vorgenommen hat, das Image ein wenig aufzupolieren. In „Madden NFL 12“ ist dieses Memo noch nicht eingetroffen.
Das Gameflow-Feature aus dem Vorgänger wurde auch überarbeitet. Nun ist es leichter und komplexer möglich einen Gameplan zu erstellen. Weiter kann man auch im Spiel selbst entscheiden, ob man einen Spielzug aus dem Gameplan oder doch lieber einen separaten Running- oder Passing-Spielzug auswählen möchte. Eine logische Entwicklung des Features, die man nur begrüßen kann.
Ebenfalls neu ist die Dynamic Player Performance. Spielt ein Spieler mehrere Spiele schlecht hat er eine Cold-Streak (in ähnlicher Form schon länger in der „NHL“-Reihe implementiert). Aus dieser müsst ihr ihn herausholen, sonst wird er von Spiel zu Spiel schlechter und kann euch nicht mehr helfen. Natürlich geht es auch umgekehrt, ein paar starke Spiele und eurer Spieler kann kaum gestoppt werden. Solche Streaks werden angezeigt in dem eine + oder - eine entsprechende Eigenschaft beschreiben. Allerdings ist es merkwürdig, dass Spieler die z.B. seit Jahren für ihre Passgenauigkeit bekannt sind, nach zwei schwachen Spielen direkt dies als Cold-Streak aufgebunden bekommen.
Eine weitere Änderung hat das Kicking-System erfahren. So nutzt man nun nicht mehr den rechten Stick um den Kick auszuführen, sondern man hat sich an den alten Spielprinzipien orientiert, bei denen man nur an bestimmten Stellen die A-Taste drücken muss. Nach ein zwei Spielen sollte man das Prinzip so verinnerlicht haben, dass nichts mehr schief gehen kann. Schade eigentlich, da die Variante mit den rechten Stick wenigstens Abwechslung und Platz für Fehler geboten hat. 
Leider leistet sich das Gameplay auch eine Aussetzer. So gibt es ab und an ein paar Glitches, die man aus den Vorgängern kennt, so geht der Ball mal einfach durch geschlossene Hände oder der Ball prallt an der Seitenlinie an einer unsichtbaren Wand ab. Alles ärgerliche Dinge, über die man aber hinwegsehen kann, da sie nur selten vorkommen. Zwar auch selten, aber absolut inakzeptabel sind Spieler die einfach verschwinden und nur durch den Steuerungskreis sichtbar sind.

Grafisch geht es noch einmal einen Schritt nach vorne. Das 3D-Grass sieht noch realistischer aus und lässt kaum wünsche offen. Gleiches gilt für die Player-Models die noch detaillierter sind. Nun kann man sogar die Spieler unter dem Helm eindeutig identifizieren.
Weiter hat man an der Präsentation gearbeitet. Nun nutzt man die Kamerawinkel, die auch NFL Films nutzt bei den realen NFL-Spielen. Dadurch kommt noch mehr Feeling rüber und streckenweise wirkt das ganze wie eine echte Live-Partie im TV. Nur die originalen Scoreboards und Einblendungen von z.B. ESPN fehlen... Auch die Kameraperspektive bei Kicks hat man verändert. Diese sind nun auch wie im TV, sind aber beim spielen einfach nicht zu gebrauchen. Man kann das Feld dadurch so schlecht einsehen, dass man bei Field Goals nichtmal sehen kann, ob der Kick gelungen ist oder nicht.
Der Sound ist gelungen wie immer. Soundeffekte sind klasse und auch der Soundtrack lässt keine Wünsche offen. Kritik müssen sich aber die Kommentatoren gefallen lassen. Diese wirken einfach nicht realistisch und passen teilweise nicht zum Spielgeschehen. Besonders kurios sind etwas längere Analysen, die aber so lange dauern, dass sich das Spielgeschehen zwei Plays später schon komplett geändert haben kann. Ansonsten wirken die Kommentare aneinander gereiht. Es gibt kaum Sätze in denen Aktion und Spielernamen in einem Guss gesagt werden, es kommt immer mittendrin zu einer Unterbrechung (die vor allem durch einen anderen Tonfall auffällig ist), schade das man dies nicht in den Griff bekommt.

Der Multiplayer-Modus hat wieder eine Vielzahl von Spielmodi zu bieten. Es gibt neue Online-Communities, der Online-Franchise-Modus ist wieder da (gegen 31 Live-Mannschaften über 10 Spielzeiten) und auch das Ultimate-Team ist mit von der Partie. Dies ist vielleicht die größte Neuerung, da in den vergangenen Jahren dieser Modus erst durch ein Update nachgereicht wurde. Große und nennenswerte Veränderungen sucht man leider vergebens...
Wie immer kann man bei dem Ultimate-Team neue Karten freispielen, aber auch kaufen. Ihr kommt nun der optionale EA Sports Season Pass zum Vorschein, da man durch den Season Pass bis zu 36% Rabatt auf diese Coin-Pakete bekommt. Mit den Coin-Paketen kann man dann hinterher verschiedene Karten-Packs erwerben.

Fazit

Meinung von xw|ridestar

Am Ende muss man leider sagen, dass „Madden NFL 12“ ein wenig enttäuscht. Es gibt leider besonders viele kleinere Fehler, die man einfach aus den Vorgängern nicht gewöhnt war. Auch fehlen wirkliche Bahnbrechende Neuerungen. Okay, auch in den vergangenen Jahren gab es nicht immer atemberaubende neue Features, dennoch konnte und musste man immer den neuesten Teil der Serie kaufen. In diesem Jahr sieht es tatsächlich ein wenig anders aus. Ohne Zweifel, ist die 12er-Variante ein klasse Spiel, kann sich aber kaum von der 11er-Version abheben. Gerade die angesprochenen Fehler und merkwürdigen Entscheidungen (Änderung der Kick-Mechanik) ziehen die Wertung nach unten.
Für mich als Football-Fan ist „Madden NFL 12“ natürlich Pflicht. Aber wenn man keinen großen Wert auf aktuelle Kader usw. legt kann man auch durchaus mit „Madden NFL 11“ glücklich werden.


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