
Endlich! id Software ist zurück! Knapp sieben Jahre nach „Doom 3“ kommt ein neues Spiel aus dem Hause der „Quake“- und „Doom“-Schöpfer. Mit „RAGE“ wird nicht nur ein neues Franchsie aus dem Boden gehoben, sondern zugleich das NextGen-Debüt gegeben. Richtig, einige von euch werden jetzt sagen, dass doch schon „Quake 4“ oder „Enemey Territory: Quake Wars“ für die 360 erhältlich waren. Dies ist natürlich richtig, allerdings hat id Software hier nicht die Entwicklung übernommen, sondern nur als Produzent oder Publisher gedient. Somit ist „RAGE“ tatsächlich der erste von id Software selbst entwickelte Titel für die NextGen-Konsolen. Ganze vier Jahren hat die Entwicklung gedauert unter der Leitung der, man kann schon sagen, Legende John Carmack.
Eine kleine Anekdote am Rande: id Software wurde 2009 von Zenimax aufgekauft. Die Folge: Anders als geplant wird „RAGE“ von Bethesta vertreiben, erst sollte ElectronicArts diese Rolle übernehmen. Unter der Flagge von Zenimax ist übrigens auch „Fallout 3“ entstanden, eine gewisse Ähnlichkeit kann man „RAGE“ nicht verheimlichen.
Bleibt also zu die Frage zu klären ob id Software wieder einen Meilenstein der Game-Geschichte auf die Beine gestellt haben, ohne Zweifel kann man „Doom“ oder auch „Quake“ als solche bezeichnen. Wir klären diese Frage in unserem Test!
Das Spiel wird auf drei DVDs ausgeliefert und bietet somit eine umfangreiche Story, oder...?
Das Setting ähnelt sehr dem von „Fallout 3“. Während dort allerdings ein nuklearer Krieg für die vollständige Auslöschung des Lebens führte, ist ein Asteroideneinschlag bei „RAGE“ schuldig. Da man den Einschlag vorher sehen konnte, wurde das sogenannte „Projekt Arche 437“ ins Leben gerufen. Dieses Projekt sollte „auserwählte“ vor dem Einschlag schützen und das Überleben der Menschheit sichern. Dies ist zumindest teilweise gelungen. Zu Beginn des Spiels wacht ihr als namenloser Überlebender des Einschlags auf und stellt fest, dass alle anderen Gefährten nur noch als Skelette in den Überlebenskapseln vorzufinden sind. Ein nettes Grußwort vom Präsidenten darf natürlich auch nicht fehlen. Beim verlassen der Kapsel werdet ihr ersteinmal von den neuen Beleuchtungen und der atemberaubenden Grafik geblendet. Und eure ersten wackeligen Schritte enden abrupt als ihr von Banditen angegriffen werdet. Noch schwach und ohne Kraft seid ihr natürlich nicht in der Lage sie zu bewältigen, aber wie der Zufall (oder eben des Skript) so will, kommt Dan Hagard daher und rettet euch von den Angreifern. Er nimmt uns mit seinem Buggy mit zu seiner „Stadt“ und erklärt und was vorgefallen war. 2037 war das Jahr als der Asteroid Namens Adophis auf die Erde aufschlug, seitdem herrscht pures Chaos auf der Welt. Überlebende haben sich in Gruppierungen zusammengeschlossen und werden nun von anderen zumeist Banditen angegriffen. Endlich in der „Stadt“ angekommen, die aus aus gefundenen Materialien zusammenschustert wurde, bekommt ihr zugleich den ersten Auftrag. Ihr als Überlebender seit natürlich begehrt und Banditen können einen hohen Preis für euch erzielen, damit eure Angreifer nicht weiter erzählen können das es euch gibt, erteilt euch Hagard den Auftrag direkt den ganzen Stamm der Banditen auszurotten. Vielleicht eine etwas übertriebene Maßnahme, aber ihr macht euch natürlich direkt auf den Weg.
Im weiteren Verlauf kommt es zu ähnlichen Missionen. Also mal eine Banditen-Gang ausradieren, oder mal Bodengänge erledigen (z.B. Medikamente abholen). Meist geht es nur darum von A nach B zu kommen, dies wird durch die Buggys natürlich extrem erleichtert, weil man deutlich schneller unterwegs ist als per Pedes. Im späteren Verlauf kommen auch Nebenmissionen hinzu, die euch z.B. auch zu einem Buggy-Rennen einladen.
Wie man schon heraushört ist die Abwechslung nicht gerade groß. Im Verlauf des Spiels werden die Aufgaben zwar komplexer, aber ähneln sich im Prinzip. Nichts desto trotz ist die Story interessant gestrickt und bietet trotz der ähnelnden

Missionen Abwechslung und Spannung. Bis zur Endsequenz vergehen ca. 15 Stunden, wobei es natürlich von eurem Spielstyle ankommt. Lauft ihr schnell durch solltet ihr es auch früher schaffen, wenn ihr aber alle Nebenmissionen in Angriff nehmen wollt braucht ihr auch die ein oder andere Stunde länger.
Um nochmal auf den Vergleich zu „Fallout 3“ aufzugreifen. Es ist schon richtig, das Setting erinnert und die Optik des Ödlandes erinnern ungemein an das Spiel. Dennoch hat „RAGE“ doch keine ganz eigene Nische gefunden, es ist kein Rollenspiel, sondern ein Actionspiel, welches durch leichte Rollenspiel-Elemente punkten kann. Die Entwickler haben kleine Gimmicks eingebaut, um scherzhafte Parallelen zu „Fallout 3“ aufzubauen. So kann man „Vault Tec“-Sammelfiguren finden und bereits zu Beginn auf Hagards-Buggy ist eine Figur befestigt, die vor allem die klasse Physik-Engine bescheinigt.
Spielerisch setzt „RAGE“ keine neuen Maßstäbe. Die Steuerung an sich ist gut gelungen und liefert keinen Grund zur Kritik. Bemängeln muss man dagegen die verschiedenen Gegnertypen. Bereits in der ersten Missionen hat man alle zu Gesicht bekommen und man weiss bereits jetzt wie sie sich verhalten. Ihre Bewegungsmuster ändern sich im späteren Spielverlauf auch nicht, einzig sie werden stärker und können somit die ein oder andere Patronenkugel mehr vertragen. Hiergegen wurde allerdings auch vorgebeugt. So gibt es die Möglichkeit Waffen nach verschiedenen Bauplänen selbst zu bauen. Das Prinzip ist recht einfach, habt ihr den Bauplan und das entsprechende Material gefunden, könnt ihr die Waffe über das Inventar zusammenbauen. Die stärken Waffen lassen somit auch den stärker gewordenen Gegnern keine Chance. Die Baupläne bieten euch aber auch die Möglichkeiten Gadgets zu bauen. So gibt es z.B. einen Türöffner, der euch im Laufe des Spiels eine enorme Hilfe sein wird.
Die schon erwähnte Physik-Engine sei an dieser Stelle noch einmal hervorgehoben. So spielt sie auch bei den Gegner eine große Rolle. Trefft ihr einen Gegner am Fuß beginnt dieser zu humpeln, gibt es nur eine Streifschuss wird er nur vom Druck ein wenig zurück taumeln, usw. Auch bei den Buggys ist die Physik hervorragend eingearbeitet. Die Chassis bewegen sich bei jeder unebenheit, mehr Realismus geht im Bereich Physik nicht!
Grafisch ist „RAGE“ eines der schönsten Spiele auf dem Markt! Das Spiel nutzt die id Tech 5-Engine, die auch bei „Doom 4“ zum Einsatz kommen wird. Leider werden wie die Engine in nicht allzu vielen Spielen sehen, da Entwickler Bethesda als Publisher wählen müssen, damit sie überhaupt die Erlaubnis zur Nutzung der Engine erhalten.
Aber was ist so toll an der Grafik? Ganz einfach: eine enorme Weitsicht, viele Details und highdef Texturen. Und das beste an allem sind konstante Frameraten und keine grafischen Fehler, wie Tearing oder sonstiges. Wenn das Spiel auf die Festplatte installiert bekommt man die HD-Texturen geliefert, aber selbst die normalen sehen schon richtig gut aus!
Perfekt abgerundet wird das ganze von eingängigen Soundeffekten, einem stimmigen Soundtrack und man höre und staune einer guten deutschen Synchronisation! Man hat weder Kosten noch Mühen gescheut und einige bekannte Synchronsprecher an Land ziehen können. Man merkt das es Profis sind und ihren Job verstehen, die englische Synchro ist kein bisschen besser.
Auch ein Multiplayer-Part ist mit von der Partie. Zum einen gibt es neuen KoOp-Maps, die entweder zu zweit via Splitscreen oder über XBOX Live gespielt werden können. Die Maps entspringen alle dem Singleplayer-Modus wurden aber ein wenig umgestaltet, damit hier KoOp auch Sinn macht.
Weiterhin gibt es einen vier Spieler Multiplayer-Modus. Tja und wer jetzt meint es gibt die alt bekannten Modi wird bitterlich enttäuscht. Man kann nämlich nur Rennen fahren. Es gibt bewaffnete Verfolgungsjagden, aber auch normale Rennen oder Rennen bei denen es um das Einsammeln von Asteroiden geht. Das ist zwar ganz nett, aber im Ernst, da haben wir etwas anderes gewartet und so ist der Multiplayer-Modus eine herbe Enttäuschung.