Über 14 Jahre ist es her, als damals Goldeneye für das Nintendo 64 erschien. Bekannt wurde es durch die zur damaligen Zeit hervorragenden Technik und den unzähligen und langen Multiplayernächten. Desweiteren, und das war das wichtigste, machte das Spiel Ego- Shooter auf Konsolen salonfähig. Jetzt, im Jahre 2011, erscheint schon das zweite offizielle Remake von dem Spiel. Ob es sich nur um einen Standard- Shooter oder doch um eine ernsthafte Alternative zu Battlefield 3 oder Modern Warfare 3 handelt, erfahrt ihr im folgenden Test.
Neuerungen
Wie bereits der vor einem Jahr erschienene Titel für Wii, handelt es sich hierbei erneut nicht um eine 1 zu 1 Kopie des Originals. Das Spiel wurde quasi modernisiert und bekommt mit Daniel Craig auch den aktuellen Hauptdarsteller der Filmreihe. Storytechnisch sind die Teile jedoch nahezu identisch, Kenner des Originals kennen also von vornerein den Werdegang des Spiels.
Das Leveldesign erinnert bis auf kleinste Stellen kaum noch an das damalige Original und auch die ganze Spielmechanik ist verständlicherweise mehr an heutige Shooter orientiert.
Spielerisch bietet das Ganze eine Mischung aus Schleich- und Ballerpassagen, die sich in den knapp 10 Stunden Spielzeit hervorragend abwechseln. Allgemein bietet das Spiel eine längere Einzelspieler- Erfahrung als vergleichsweise Battlefield oder Modern Warfare 3. Die KI ist zugegebenermaßen nicht sehr intelligent und durch die automatische Zielerfassung, die manchmal zu sehr hilft, wirkt das Spiel auf Dauer eher simpel. Trotzdem ist man in den knapp 10 Stunden ziemlich gut unterhalten, und bietet kaum Stellen, die künstlich in die Länge gezogen wirken. Es bietet insgesamt einfach durchschnittlich gute Shooter- Kost, gegen die vor allem für zwischendurch, nichts einzuwenden ist.
Graphische Änderungen im Vergleich zur Wii- Fassung
Das Spiel wirkt optisch einfach wie eine aufgebesserte Version, der letztjährig erschienen Wii- Version. Es ist im Vergleich zur Konkurrenz einfach nicht mehr zeitgemäß. Jedoch sucht man Slow- Downs absolut vergebens und das ganze Spiel läuft zu jeder Zeit absolut flüssig über dem Bildschirm. Vom Sound her ist das ganze ebenfalls sehr durchschnittlich. Die Soundeffekte haben kein gehobenes Niveau und fallen vor allem im Vergleich zu Konkurrenz deutlich herab. Wenigstens bietet der Shooter eine einigermaßen gute deutsche Synchronisation, was nicht bei jedem Spiel der Fall ist.
Multiplayer
Der wohl wichtigste Part im 1997 erschienen Original war zweifelsfrei der Multiplayer- Modus. Es bot nächtelange Action im 4 Spieler- Split- Screen Modus und faszinierte über Monate. Auch im neuesten Ableger ist dieser Modus erneut vorhanden und bietet wenigstens in dieser Hinsicht ein wenig Retro- Gefühl. Neu hinzu kommt ein damals unvorstellbarer Online-Part. Bis zu 16 Leute gleichzeitig können hier gleichzeitig in mehreren verschiedenen und klassischen Spielmodi gegeneinander antreten. Der Multiplayer- Modus bringt meiner Meinung nach zwar keinen frischen Wind ins Genre, doch für ein paar Stunden Spielspaß ist er bestens geeignet. Desweiteren ist ein „Spec- Ops“- ähnlicher Spielmodus enthalten, in dem der Spieler in mehreren Missionen bestimmte Aufgaben erledigen muss. Hierbei heißt er MI6-Ops. Der Modus ist recht umfangreich und erinnert teilweise, zwar in minderer Qualität, an den Modus in Modern Warfare 3. Da er aber mit knapp 50 Missionen recht umfangreich ist, handelt es sich hierbei um eine nette Beilage, die vor allem für High-Score-Jäger höchst interessant werden kann. Alles in Allem ist der Multiplayer auch heute noch eine nette Angelegenheit, die es auf jeden Fall wert ist, näher angeschaut zu werden.