Ihr wolltet immer schon mal ein Disneyland besuchen, aber der Weg nach Anaheim oder Paris war euch zu weit? Jetzt habt ihr die Möglichkeit mit „Kinect Disneyland Adventures“ von zu Hause aus einen Rundgang durch den Freizeitpark zu machen.
Es scheint ein kluger Schachzug von Disney und Microsoft zu sein ein solches Spiel in den Handel zu bringen. Schließlich können sich viele Familien finanziell einen Ausflug in ein Disneyland leisten, andere werden aufgrund der großen Entfernung keines in Wirklichkeit erleben. Während in Europa das Disneyland Paris ziemlich zentral gelegen ist, haben gerade die USA ein Problem. Man hat ein Disneyland in Anaheim (Kalifornien), genau an der Westküste. Die Ostküste dagegen hat ein Disneyworld in Orlando (Florida). Wohnt man also an keiner der Küsten oder einfach im Norden der USA muss man enorme Reisewege in Kauf nehmen um ein Disneyland zu besuchen.
Jetzt also will uns Disney diese Wege ersparen und veröffentlicht „Kinect Disneyland Adventures“ exklusiv für XBOX 360 mit Kinect. Aber kann das Spiel tatsächlich überzeugen oder sollte man doch lieber sparen und einen richtigen Park besuchen? Wir sagen es euch in unserem Test!
Gleich vorweg sei gesagt, dass der Titel natürlich an Familien und besonders Kinder gerichtet ist. Wie bei den meisten Kinect-Titeln schauen die „Core-Gamer“ in die Röhre, aber das durfte man bei einem Disney-Titel auch erwarten.
Zu beginn des Spiels dürft ihr euch einen Charakter zusammen basteln. Das dieser in egal welcher Zusammensetzung kindliches Alter besitzt verdeutlicht noch einmal die Zielgruppe. Man hat sich dazu entschlossen die XBOX Live Avatare nicht zu integrieren. Dies kann man aufgrund des Spiele-Designs durchaus nachvollziehen, da es einfach nicht gepasst hätte. Aber nun zum Spiel selber: Begrüsst werdet ihr im Disneyland von einem als Figur gefalteten Geldschein, der euch im ganzen Spiel als Wegbegleiter zur Seite steht. Nachdem euch diese Figur gezeigt hat wie ihr euch durch den Park bewegen könnt, bekommt ihr auch prompt euren ersten Auftrag: Findet Mickey Mouse. Dies ist keine allzu komplizierte Aufgabe, da ihr auf der Karte die genaue Position von Mickey einsehen könnt. Bei Mickey angekommen bitte euch dieser darum ihm beim Sammeln von Autogrammen zu helfen. Also macht ihr euch auf den Weg besucht Donald, Goofey und Co KG... Sind alle Autogramme gesammelt geht es zurück zu Mickey und ihr bekommt einen Fotoapparat, wenig abwechslungsreich werdet ihr darum gebeten Fotos von den Disney-Freunden zu machen. Also wieder durch den Park zu den verschiedenen Charakteren. Aber ganz so leicht ist es diesmal nicht, da Donald seinen Hut verloren hat und partu kein Foto ohne schießen möchte. Selbstverständlich seid ihr ein guter Freund und begebt euch auf die Suche nach dem Hut...
An diesem Ablauf kann man schon einen guten Einblick in die Welt von „Kinect Disneyland Adventures“ gewinnen. Die Aufgaben sind wenig kompliziert und somit auch für Kinder zu meistern. Auch wenn sie sich recht kurz anhören, kann es durchaus 40 Stunden dauern bis man alles einmal gesehen und alle Aufgaben abgeschlossen hat. Dazu tragen auch die Mini-Spiele bei. Diese 18 an der Zahl sind Attraktionen des Disneylands. Ein guter Schritt diese Attraktionen nicht nur eintönig zum anschauen einzubauen, sondern auch spielbar zu integrieren. Generell erinnern die Mini-Spiele an „Kinect Adventures“ haben einen deutlich größeren Umfang und sind abwechslungsreicher. Dabei sind bereits „ältere“ Attraktionen wie Peter Pan‘s Flug mit von der Partie aber auch aktuelle wie Fluch der Karibik oder Buzz Lightyear‘s Astro Blaster.
Auch ein zweiter Spieler kann sich vor dem Kinect-Sensor bewegen, allerdings kann man leider nur die Mini-Spiele ausführen, im Park kann sich nur ein Spieler bewegen.
Die Steuerung des Spiels hat zwei Seiten. Zum einen wird Kinect in den Mini-Spielen voll ausgenutzt und funktioniert sehr gut. Dagegen steht eine gewöhnungsbedürftige Steuerung mit der man sich durch den Park bewegt. So muss man hier eine Hand ausstrecken um den Charakter in Bewegung zu versetzen. Um die Richtung zu wechseln muss man den Arm in die entsprechende Richtung bewegen. Dies ist leider etwas hakelig und gerade in etwas engeren Umgebungen etwas ungünstig. So merkwürdig diese Steuerungs-Variante auch klingen mag, ich wüsste nicht wie man es hätte besser lösen können, ausser man greift auf ein Gamepad zurück und dies ist bei einem Kinect-Titel natürlich nicht denkbar ;-)
Grafisch und Akustisch macht der Titel einen guten Eindruck. Er geht zwar nicht ins letzte Limit der Konsolen-Leistung, kann sich aber im oberen Mittelfeld einreihen. Vor allem die 35 Disney-Charaktere und bekannte Gebäude wurden liebevoll und detailreich eingefügt. Die Gesamte-Optik ist ein wenig Comichaft angehaucht, allerdings nicht so extrem wie die XBOX Live Avatare, aus diesem Grund passen sie auch einfach nicht hier rein.
Zum Ton sei noch gesagt, dass die Disney-Charaktere bekannte Stimmen aus ihren Filmen oder Serien spendiert bekommen haben. Aber die sonstigen Soundeffekte sind nichts besonderes.